Untersuchungen bestätigen ersten Angriff auf einen Menschen nicht

Wolfsattacke auf Menschen war wohl erfunden

Göhrde/Munster. Die erste Wolfsattacke auf einen Menschen nach der Rückkehr des Raubtiers – so stellte sich ein Vorfall dar, der sich in der Nacht vom 4. auf den 5. April nahe dem Dorf Boitze an der Göhrde, kurz hinter der Grenze zum Landkreis Lüneburg, ereignet haben soll.

Jetzt stellt sich die Geschichte, die ein Waidmann bei der Lüneburger Polizei zu Protokoll gegeben hat, aber als Jägerlatein dar.

Als er in der Nacht vom 4. auf den 5. April von seinem Hochsitz gestiegen sei, habe er hinter sich ein Rascheln vernommen, gab der Mann an. Als er sich umdrehte, habe er einen Wolf erblickt, der sich ihm mit geöffnetem Fang – in der Jägersprache das Maul – schnell näherte. Da Schreien ihn nicht abgeschreckt habe, habe er aus zwei Metern Entfernung einen Warnschuss in den Boden abgegeben. Der Vorfall war so brisant, dass die Lüneburger Polizei damals keine Auskünfte erteilen durfte.

Spezialisten suchten vor Ort nach Spuren und DNA in Form von Haaren oder Kothaufen. Mittlerweile liegt das Ergebnis vor, das Umweltstaatssekretärin Almut Kottwitz jetzt eher beiläufig bei einem Bürgerdialog zum Wolf in Munster erwähnte: „Alle haben gesagt, dass das, was der Jäger gesagt hat, nicht stattgefunden haben kann.“ Die in der Nähe des Hochsitzes gefunden Haare gehörten laut DNA-Analyse keinem Wolf.

Und was war mit dem Warnschuss in den Boden? Aus Jägerkreisen war schon vor Monaten zu hören, dass gegen den Waidmann eine Anzeige vorliege. Der Wolf ist streng geschützt. Ein Schuss auf das Raubtier wäre – außer eben in Notwehr – strafbar.

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