Wohin ziehen die BBS II um?

Ziehen die BBS II von der Veerßer Straße in Uelzen in die Pestalozzischule um? Oder ist ein Neubau an der Esterholzer Straße günstiger? Darüber diskutiert heute der Kreisausschuss.

Uelzen/Landkreis - Von Bernd Schossadowski. In welchem Gebäude soll das geplante Kompetenzzentrum für die Erzieher-Ausbildung der Berufsbildenden Schulen (BBS) II in Uelzen untergebracht werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich heute Nachmittag der Kreisausschuss auf seiner nicht-öffentlichen Sitzung.

Dabei stehen drei Varianten zur Wahl: zum einen der Umzug des BBS-II-Standortes – und damit des Kompetenzzentrums – von der Veerßer Straße in die Uelzener Pestalozzischule, die zuvor umfassend saniert werden muss. Alternativ wäre ein Anbau am BBS-II-Gebäude an der Esterholzer Straße möglich. Und nicht zuletzt hat die Stadt Uelzen dem Landkreis einen Vorschlag gemacht: Das Kompetenzzentrum könnte in die Räume der Hermann-Löns-Schule einziehen, die vom Herzog-Ernst-Gymnasium nicht mehr benötigt werden.

CDU und FDP im Kreistag setzen sich nachdrücklich für die Sanierung der Pestalozzischule am Emsberg ein. Auf ihrer jüngsten Sitzung beschloss die Gruppe auf Vorschlag von CDU-Fraktionschef Claus-Dieter Reese einstimmig, schnellstens grünes Licht für den Umbau der Schule zu geben. Dieser werde nach neuen Berechnungen allerdings rund 3,7 Millionen Euro kosten, so Reese, und damit deutlich mehr als ursprünglich erwartet. Noch teurer wäre jedoch ein Neubau am BBS-II-Standort Esterholzer Straße. Dieser würde mit rund vier Millionen Euro zu Buche schlagen, die Küche noch nicht eingerechnet, erklärt Reese.

Seinen Worten zufolge werden für den zurzeit erforderlichen Bauaufwand in der Pestalozzischule zusätzlich 1,3 Millionen Euro im Haushaltsjahr 2011 benötigt. 500 000 Euro stünden durch Umschichtungen im Kreis-Etat 2010 bereit. „Mit diesen rund zwei Millionen Euro wäre die vollständige Fenstersanierung abgeschlossen, Elektro- und Lüftungsanlage saniert und die Brandschutz-Ertüchtigung abgeschlossen“, sagt Reese. Dann stünden 20 Klassen- und neun Fachräume zur Verfügung. „Baut man noch eine neue Küche ein, hat man alle Grundlagen für den Umzug der BBS II in die Pestalozzischule geschaffen.“

Rund 700 000 Euro aus dem Konjukturpaket habe der Kreis dort bereits investiert, unter anderem in eine neue Heizung. „Ein Zurück gibt es nicht mehr“, sagt Reese. Denn im Falle eines Anbaus an der Esterholzer Straße müsste man die Konjunkturpaket-Mittel zurückzahlen. „Und es würde mehr als zwei Jahre dauern, bis der Neubau fertig wäre“, gibt er zu bedenken. Zudem verfügten die BBS II am Emsberg über eine für den Unterricht erforderliche Sporthalle. „Im Übrigen war die Sanierung bisher Konsens aller Fraktionen im Kreis.“

Dagegen hatte sich die SPD-Kreistagsfraktion gestern noch nicht auf eine Variante für das Kompetenzzentrum festgelegt. Näheres sollte am Abend auf der Fraktionssitzung besprochen werden. Der Umzug des BBS-II-Zentrums sei „keine politische, sondern eine sachorientierte Frage“, betont Fraktionschef Jacques Voigtländer. Ein wichtiges Argument seien dabei die Kosten. Aber auch der Einzug in die Löns-Schule sei „eine interessante Geschichte, wenn die Zahlen stimmen und die Betroffenen damit einverstanden sind“. Allerdings habe der Landkreis schon viel Geld in die Sanierung der Pestalozischule gesteckt, erklärt er. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass man jetzt damit aufhört. Das sollte man zu Ende bringen.“

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