Von Woche zu Woche

Wohin mit den Besuchern?

Es sind spannende Zeiten für Stadt und Landkreis Uelzen, Zeiten des Umbruchs. Wer aufmerksam durch die Stadt geht, sieht die Veränderungen des Stadtbilds.

Ob Lüneburger- oder Schuhstraße, Mühlenstraße oder Veerßer Tor – die Uhlenköperstadt bekommt allmählich ein neues Gesicht. Schandflecke, die teils Jahrzehnte die Innenstadt prägten, verschwinden; die Baulücke des ehemaligen Cafés Harder und wohl auch die Kaufhalle sind da nur zwei Beispiele.

Und auch wichtige Weichenstellungen gibt es zu vermelden. Da ist natürlich am 18. April die Ernennung Uelzens zur Hansestadt – nach Lüneburg, Buxtehude und Stade erst die vierte Stadt in Niedersachsen, die diesen Titel offiziell führen darf. Allein schon aus Werbezwecken kann das eine große Chance sein und im Rathaus hat man ja bereits eine Vielzahl an Ideen entwickelt, wie man den Namen Hansestadt Uelzen mit Leben erfüllen kann.

Thomas Mitzlaff

Diese Woche dann die (gute) Nachricht, dass die Autobahn 39 als wichtigste Verkehrsanbindung für die Region auch gebaut wird; auch wenn man Nutzen daraus erst perspektivisch ziehen kann – denn ein Baubeginn nicht vor dem Jahr 2018 ist wohl realistisch. Doch bei aller Aufbruchsstimmung, bei aller Hoffnung, dass dieser Landkreis aus dem Donröschenschlaf erwachen kann, gibt es einen Wermutstropfen, der ebenfalls in dieser Woche in der AZ zu lesen war: Was nützen die schönsten Naherholungsgebiete, was nützt der attraktivste Bahnhof in Norddeutschland, was nützt es, die Menschen zu uns in die Region zu holen, wenn wir kein Quartier für sie haben? Ein Reiseveranstalter, der eine „Busladung“ Touristen in Uelzen unterbringen möchte, stößt da ganz schnell an Grenzen.

Acht Hotels und Pensionen haben vergangenes Jahr im hiesigen Landkreis dicht gemacht, das ist ein alarmierendes Zeichen. Viele von den verbliebenen Unterkünften bestechen durch den Charme der 80er Jahre und erinnern an die Tourismusgebiete im Harz, wo auch schon seit Jahrzehnten nicht mehr in die Modernisierung von Gästezimmern investiert wurde.

Da gegenzusteuern, sprich attraktive Übernachtungsmöglichkeiten zu schaffen, ist nicht leicht für eine Kommune. Da kann man nur durch viel Überzeugungsarbeit und Beharrlichkeit etwas erreichen. Das wird in den nächsten Jahren eine der großen Aufgaben für Tourismusorganisationen in der Region und die Hansestadt Uelzen sein.

Von Thomas Mitzlaff

Rubriklistenbild: © dpa

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