Händler fordern maximal zehn Prozent Textil- oder Lederwaren / Entwurf wird überarbeitet

Wochenmarkt: Kritik an der Satzung

Nach dem bisherigen Entwurf der Satzung sollen maximal drei Stände auf dem Uelzener Wochenmarkt Bekleidung oder Lederwaren anbieten dürfen. Eine Initiative der Wochenmarkthändler hält eine Quote von zehn Prozent aller Stände für sinnvoller. Foto: Ph. Schulze

Uelzen. Der Entwurf der Uelzener Stadtverwaltung für eine Marktsatzung wird erneut überarbeitet. Eine Initiative der Wochenmarkthändler hat Einwände insbesondere gegen zwei Punkte in der Satzung erhoben.

So sollen nach bisherigem Entwurf auf dem Uelzener Wochenmarkt maximal drei Stände ein Sortiment wie Textilien, Leder- oder Korbwaren anbieten dürfen. Nach Ansicht von Rüdiger Haack und den anderen Mitgliedern der Initiative ist die Festlegung auf eine bestimmte Anzahl dieser Stände jedoch zu eng gefasst. Auch die Aufstockung auf vier Stände, wie die Stadtverwaltung nun vorschlug, sei nicht praktikabel. „Unser Bestreben ist es, die Zahl auf zehn Prozent festzusetzen“, erklärt Haack. Derzeit bieten auf dem Wochenmarkt insgesamt rund 55 Händler ihre Waren an.

Mindestens zwei feste Stände mit einem Angebot ohne Lebensmittel gibt es bereits, nämlich den Verkauf von Bekleidung und von Leder-Ware. Drei weitere Händler mit einem ähnlichen Angebot sind ebenfalls regelmäßig vertreten, zählt Haack auf. An bestimmten Tagen im Jahr kommen allerdings so genannte fliegende Händler hinzu, die zum Beispiel eine Tour durch die Region machen.

Im Gegenvorschlag der Markthändler gehe es darum, das Gleichgewicht zu wahren. „Unser Wunsch ist, dass in zehn Jahren 80 Händler hier stehen“, sagt Haack. „Aber es könnte auch so kommen, dass es nur noch 30 Händler sind.“ In dem Fall wären ihm mehr als drei Anbieter von Textilien oder Lederwaren zu viel.

Ähnlich sei die Situation im Winter, nach Silvester. Dann gebe es kaum frische Waren, die angeboten werden könnten, und der Markt müsste hauptsächlich aus „nicht-grünem Sortiment“ bestehen. Andererseits könnte die Festlegung eines Prozentsatzes auch bedeuten, dass Händler erst morgens kurzfristig abgelehnt werden, wenn feststeht, dass die Quote bereits erreicht wurde.

Ein weiterer kritischer Punkt für Haack ist der haftungsrechtliche Aspekt der Satzung. Nach aktuellem Entwurf müssten die Händler dafür einstehen, wenn ihre Lieferanten etwas beschädigen. Er fordert deshalb, dass Lieferanten in die Richtlinie über das Haftungsrecht einbezogen werden.

Vor zwei Wochen hatte Dezernent Herbert Blödorn die Satzung im Ausschuss für Stadtentwicklung vorgetragen (AZ berichtete). Die Initiative informierte vergangene Woche das Ordnungsamt über die Gegenvorschläge. Somit hat der Verwaltungsausschuss kurzfristig nicht darüber entschieden.

Für die Stadtverwaltung seien die Einwände überraschend gewesen, sagt Erster Stadtrat Jürgen Markwardt, „weil der Entwurf im Konsens erstellt wurde“. Die Stadt habe die Richtlinien in Gesprächen mit Händlern, Marktbeschickern, City-Management und weiteren Interessenvertretungen der Innenstadt abgestimmt.

Die Arbeitsgruppe wird am morgigen Freitag erneut über die Marktsatzung beraten. Wenn es zu einer Einigung kommt, könnte noch kurzfristig am Montag der Verwaltungsausschuss zusammenkommen und anschließend in der Ratssitzung über den endgültigen Entwurf der Satzung entschieden werden. Wenn es keine Einigung gibt, wird das Thema erst nach der Sommerpause wieder aufgenommen.

Von Diane Baatani

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