Brandstiftung – das Alcatraz und das benachbarte Wasserkraftwerk sind noch immer außer Betrieb

Die Wochen nach dem Feuer

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Die meisten Reparaturarbeiten gibt es im Alcatraz unter dem Dach zu erledigen: Hier haben die Flammen unter anderem die elektrischen Leitungen und die Kühlaggregate zerstört.

Uelzen. Eigentlich wollte Philipp Trumpf schon nach wenigen Tagen wieder öffnen. Doch die Schäden sind größer als zunächst absehbar. Und deshalb bleibt das Restaurant Alcatraz nach der Brandstiftung vorerst geschlossen – bis voraussichtlich Mitte April.

In den Morgenstunden des 11. März hatten Unbekannte an großen Industriemülltonnen gezündelt, die hinter einem Verschlag unmittelbar an dem Gebäude standen. Der Feuerwehr war zunächst nur ein Mülltonnenbrand gemeldet worden – doch der hatte sich so schnell ausgebreitet, dass schließlich die gesamte Uelzener Ortswehr alarmiert und das benachbarte Wohnhaus Mühlenturm evakuiert werden musste (AZ berichtete).

Neben dem Restaurant wurde auch ein angrenzendes Wasserkraftwerk, das aus der Ilmenau gespeist wird und Strom produziert, stark beschädigt. Der geschätzte Gesamtschaden beläuft sich auf rund 160 000 Euro.

Etwa 60 000 Euro davon dürften das Alcatraz betreffen. Das Problem ist eine zeitaufwändige Sanierung. Leitungen sind verschmort, die elektrische Anlage ist komplett hinüber. „Und gerade im Bereich des Daches gibt es mehr Schäden als zunächst gedacht“, sagt Restaurantbesitzer Trumpf. Denn unter dem Dach befanden sich die Aggregate für die Kühlanlage – allesamt Totalschäden. Derzeit wird das Dach abgetragen und instand gesetzt. Dann sollen neue Leitungen gezogen werden. „Aber auf die neuen Aggregate müssen wir einige Wochen warten, da gibt es längere Lieferzeiten“, schildert Trumpf.

Weiter ausgefallen ist auch das angrenzende Wasserkraftwerk, das eigentlich bis zu 220 000 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen kann. „Die Sanierungsarbeiten haben bereits begonnen, wann wir die Anlage wieder in Betrieb nehmen können, steht aber noch nicht fest“, sagt Stadtwerke-Sprecherin Inga Busch. Einige Details seien noch zu klären. Die Stadtwerke beziffern den Sachschaden auf rund 100 000 Euro.

Für die Kriminalpolizei steht derweil fest, dass es sich tatsächlich um Brandstiftung handelte. „Alles andere können wir ausschließen“, sagt Kriminalhauptkommissar Helmut Montag. Eine Spur von den Tätern gibt es nicht, bislang hätten sich auch keine Zeugen gemeldet, denen am Sonntagmorgen, 11. März, gegen 6 Uhr verdächtige Personen am Ratsteich aufgefallen wären.

Das Alcatraz-Team nutzt die Zeit der Zwangs-Schließung für eine grundlegende Sanierung des Restaurants. „Da bauen wir einen gewissen Renovierungsstau ab und werden dem Inneren ein neues Bild geben“, sagt Trumpf.

Weil es noch kein elektrisches Licht gibt, wird abends mit Strahlern gearbeitet. Der Inhaber hofft, das Alcatraz am Wochenende 14./15. April wieder öffnen zu können.

Von Thomas Mitzlaff

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