Von Woche zu Woche

Der Wunsch nach Tante-Emma-Laden

Viele aufwändige Studien lassen Unternehmen in Auftrag geben, um herauszufinden, ob sich die Ansiedlung von Einkaufsmärkten lohnt. Standort und Einzugsbereich spielen eine wichtige Rolle. Den Laien mag es verwundern, dass in einem Ort wie Bad Bodenteich ein Einkaufsmarkt neben dem anderen steht und in Wieren Edeka seine Türen schließt.

Mit normalem Menschenverstand nicht nachvollziehbar. Der Wunsch nach einem „Tante-Emma-Laden“ im Dorf ist nicht etwa nur ein romantisch verklärter Blick auf ein Dorfleben wie es einmal war – mit eigener Schule, Kühen und vielen kleinen Bauernhöfen, sondern ein konkreter Wunsch einer immer älter werdenen Bevölkerung. Doch aufgepasst: Wer den Wunsch hegt, ein Geschäft im Dorf haben zu wollen, der muss dort auch einkaufen. Ein Markt kann nicht nur existieren, damit eine Einkaufsmöglichkeit vor Ort ist. Und wer sich an die kleinen „Tante-Emma-Läden“ erinnern kann, der weiß, dass die Auswahl begrenzt war und die Preise hoch.

Das Engagement in Orten wie Wriedel mit dem Mitmachmarkt oder in Wieren mit der Studie zur Zukunft des Dorfes ist hoch. Wichtig ist, dass es auch so bleibt. In Wriedel beispielsweise findet sich nur schwer jemand, der bereit ist, ehrenamtlich im Markt zu stehen. Und wer bestellt heutzutage nicht mal eben etwas im Internet, was sich nicht auch zumindest in Uelzen kaufen lässt.

Es bleibt schwierig für Wieren, trotz guter Lage an der viel befahrenen L 270. Da ist aber eben auch die Nähe nach Uelzen. Dort gibt es Geschäfte, die bis 22 Uhr geöffnet haben – und wer im Dorf wohnt, der kennt es kaum anders, als auf das Auto angewiesen zu sein. Es müssen gute Ideen her.

Rubriklistenbild: © Philipp Schulze / phs-foto.de

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