Schulungszentrum für 1500 Mitarbeiter und Externe

Aus ATU wird DRK: Rotes Kreuz kauft Immobilie in Uelzen

+
Gute Voraussetzungen für eine Nutzung durch das Deutsche Rote Kreuz bietet das leerstehende Gebäude, in dem das Unternehmen Auto Teile Unger zuletzt zuhause war. Ein Schulungszentrum samt zusätzlichem Platz für Einsatzfahrzeuge soll entstehen.

Uelzen. Ja, das DRK wächst. Nein, darum geht es eigentlich nicht. So die zunächst widersprüchlich erscheinende Aussage von Heinz Meierhoff, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes, Kreisverband Uelzen, zum Erwerb des seit langem leerstehenden Gebäudes von Auto Teile Unger (ATU) auf den Bartholomäiwiesen, das als Schulungszentrum genutzt werden soll.

Heinz Meierhoff

Einen hohen sechsstelligen Betrag investiere das DRK samt Umbau in die Immobilie, so Meierhoff. Auf dem 2500-Quadratmeter-Grundstück sollen Büros und Schulungsräume auf einer Nutzfläche von rund 1000 Quadratmetern entstehen. Außerdem sollen die Werkstatthallen von Unger sechs großen DRK-Einsatzfahrzeugen als Stellplätze dienen. Meierhoff betont, dass es dem DRK nicht um das Gebäude an sich und die inzwischen unzureichenden Kapazitäten in den bisherigen Gebäuden wie dem angrenzenden Zentrum Katastrophenschutz und Rettungsdienst gehe, sondern auch um einen gewissen Modernisierungsdruck im Wettbewerb um Arbeitnehmer.

„An das DRK werden hohe Erwartungen gestellt: Hilfe in jeder schwierigen Situation des Lebens und das mit einer hohen Qualität“, so Meierhoff. Dies könne das DRK mit derzeit rund 750 Angestellten und 750 Ehrenamtlichen in so unterschiedlichen Bereichen wie Altenhilfe, Kindergärten, Rettungsdienst, mit dem Katastrophenschutz und der Hundestaffel leisten, man müsse sich aber auch veränderten Marktbedingungen sowie dem Konkurrenzdruck und dem Kampf um Arbeitnehmer stellen.

Nicht ausschließlich, aber insbesondere im Bereich Altenhilfe seien Arbeitskräfte Mangelware. Von daher gebe es in diesem Bereich, aber auch darüber hinaus das Bestreben, Arbeitnehmer möglichst frühzeitig an sich zu binden, aber auch darum, sie zu halten. Und dafür als Arbeitgeber attraktiv zu sein. „Ich muss besser sein als der Konkurrent“, so Meierhoff.

Dabei soll das geplante Schulungszentrum eine zentrale Rolle einnehmen – als Umfeld, das angestellten und ehrenamtlichen Mitarbeitern sowie Externen ihre Aus-, Fort- und Weiterbildungen nicht nur ermöglicht, sondern hierbei moderne Ansprüche bedient. Es soll angenehm sein, beim DRK zu Gast zu sein und Mitarbeiter sollten im besten Fall „stolz darauf sein, beim DRK zu arbeiten“, so Meierhoff.

Unterstützt wird diese Auffassung von Andreas Schulze. Der Kreisbereitschaftsleiter und Abteilungsführer der Medizinischen Task Force weiß um die Bedeutung von hochwertiger Schulung mit modernem Material. Schulze: „Als ich vor über 30 Jahren beim DRK anfing, hatten wir überwiegend alte Fahrzeuge mit einer Trage drin. Heute bilden wir auch unsere Ehrenamtlichen auf Augenhöhe zu den Hauptamtlichen mit modernem Gerät wie Defibrillatoren in verschiedensten Bereichen sehr spezialisiert aus.“ Dies sei ein Grund, warum das DRK im Bereich der Ehrenamtlichen gut aufgestellt sei. „Völlig gegen den allgemeinen Trend“, wie Schulze betont. Zudem werde das neue Schulungszentrum viele Begegnungen ermöglichen und so positive Effekte wie Synergien begünstigen.

Plastisch veranschaulicht Konrad Lampe, Präsident des DRK Uelzen: „Champions League oder Schrottladen“ – das Schulungszentrum werde seinen Teil dazu beitragen, das DRK Uelzen in Bezug auf diese Frage zu positionieren.

Von Steffen Kahl

Kommentare