Fall empörter Uelzenerin zeigt: Nicht jede Stellfläche am Marktcenter darf von Dauerparkern genutzt werden

Wirbel um „teuren“ Einkauf

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Einkaufszeit gestern in Uelzen: Kunden des Marktcenters steuern mit Autos das Einkaufszentrum an. Sie müssen auf die Beschilderung achten: Für 374 Parkplätze gilt eine Parkzeitbegrenzung.

Uelzen. So hätte der Autobesitzer nicht parken dürfen. Auf der Zufahrt zu den Parkplätzen hinter dem Marktcenter. Zwei Politessen der Stadt Uelzen stellen gestern Mittag einen Strafzettel aus.

Die Stadt hat mit dem Noch-Eigentümer des Marktcenters, der Hanseatischen Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft (HBB), einen Vertrag geschlossen, der das erlaubt. Aber bei Kunden nicht immer auf Verständnis stößt.

Sarina Silbermann aus Uelzen schreibt der AZ: Sie werde nicht mehr im Marktcenter einkaufen. Sie hat zehn Euro Strafe zu zahlen. Das Ticket wurde ihr von einer Politesse vor wenigen Tagen ausgestellt. Weil sie ebenerdig auf einem Parkplatz des Marktcenters ihr Auto abstellte. Eine Höchstparkdauer von 90 Minuten gilt dort. Autobesitzer haben eine Parkscheibe ins Auto zu legen. Silbermann erklärt, nichts von dieser Regelung gewusst zu haben; es mangele an einer deutlichen Beschilderung, die auf diese Parkregeln hinweise – und außerdem: „Zehn Euro sind als Strafe auch übertrieben“.

Silbermann postete den Fall im sozialen Netzwerk Facebook und bekam zu hören: Auch anderen ist eine Höchstparkregelung auf dem Marktcenter-Gelände neu. Diese gilt allerdings nicht für alle Parkplätze. Stadtsprecherin Ute Krüger informiert auf Nachfrage: Von den rund 670 Parkplätzen des Marktcenters im Parkhaus und auf der Freifläche gilt für 374 Parkplätze die 90-Minuten-Parkscheibenregelung. Die verbliebenen rund 300 Parkplätze, sie befinden sich auf den Ebenen 5 bis 7 des Parkhauses, könnten während der Öffnungszeiten ohne Einschränkung genutzt werden. Im Zusammenhang mit dem Bau des Marktcenters hatte die Stadt immer betont, dass freie Parkplätze für Uelzener entstehen sollen.

Die Stadt als auch die HBB als Noch-Eigentümer des Marktcenters erklären, dass durch eine Beschilderung auf die Parkregelung hingewiesen werde. Beim Rundgang durch das Parkhaus zeigt sich: Es gibt Schilder. Auf Ebenen mit einer eingeschränkten Parkregelung sind sie unter anderem an Betonstreben unterhalb der Decke zu finden – mit Piktogrammen, die eine Parkscheibe zeigen.

Silbermann ist nach eigenen Worten auch darüber verwundert, dass die Stadt in einem Parkhaus eines privaten Investors Politessen Strafzettel verteilen lässt. Stadtsprecherin Krüger schildert, dass ein Vertrag dazu zwischen der Stadt und HBB geschlossen wurde, wonach die Kontrolle der Parkzeiten durch die städtischen Politessen erfolgen soll. Die Einnahmen fließen in die Kasse der Stadt. Dieses Konzept sei auch früher bereits andernorts praktiziert worden – auf dem Gelände des Uhlenköperparks vor seinem Umbau.

Inzwischen installierten die Betreiber des Uhlenköperparks dort eine Schrankenanlage. Wer länger als 90 Minuten dort parkt, muss für das Parkticket zahlen.

Von Norman Reuter

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