Im Unterschied zur Bahn: Metronom will Mitarbeiter nicht mit Spray schützen

Kein Pfefferspray für Zugbegleiter: „Wir setzen auf Deeskalation“

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Nicht immer herrscht in Zügen entspannte Reiseatmosphäre oder Vorfreude auf den Feierabend vor. Anders als in dieser Szene vom Uelzener Hundertwasser-Bahnhof ist die Lage, wenn Fahrgäste zu Rüpeln werden.

Uelzen. Eine Szene aus Bad Bevensen, vom 4. April dieses Jahres: Nur knapp entgeht ein Schaffner einer lebensgefährlichen Attacke durch einen rüpelhaften Fahrgast, der zuvor als Schwarzfahrer auffiel.

Seine Rache: Er schleuderte einen 25-Kilogramm schweren gusseisernen Deckel auf dem Bahnhof in Richtung Zugbegleiter und verfehlt diesen nur knapp.

Da die Tat von Bad Bevensen nur eine von mehreren schweren Angriffen im gesamten Bundesgebiet in diesem Jahr ist, sieht sich die Deutsche Bahn dazu veranlasst, ihre Zugbegleiter künftig mit Pfefferspray auszurüsten. Dies wurde jetzt bekannt.

Bei der Uelzener Metronom Eisenbahngesellschaft ist Pfefferspray hingegen, zumindest derzeit, kein Thema. „Wir setzen auf Deeskalation“, erklärt Anna Jäger aus der Kommunikationsabteilung des Unternehmens. Alle Mitarbeiter, nicht nur die Fahrgastbetreuer, würden ein intensives 40-stündiges Deeskalationstraining erfahren. Dieses Wissen werde im Rahmen jährlicher Fortbildungen regelmäßig aufgefrischt. Zum Sicherheitskonzept der Deutschen Bahn könne sie nichts sagen, so Jäger weiter, den Einsatz von Pfefferspray in geschlossenen Räumen sehe sie aber grundsätzlich als problematisch an.

Zudem erklärt Jäger, dass eine enge Zusammenarbeit mit der Bundespolizei Teil des Sicherheitskonzeptes für Fahrgäste und Personal in den Metronom-Zügen sei. Und auch wenn im Moment eine Anpassung des Sicherheitskonzeptes nicht als nötig erachtet werde, sei dies in Abstimmung mit der Bundespolizei gegebenenfalls schnell möglich. Die Frage, in welchem Umfang Metronom-Mitarbeiter unter Angriffen zu leiden haben, ließ Jäger gestern unbeantwortet.

Aber dass das Unternehmen konsequent Konzepte zur Sicherheit und Disziplin in seinen Zügen umsetzen kann, zeigt der harte Kurs, der insbesondere gegen Fußballfans, beziehungsweise randalierende Hooligans, gefahren wird: Nachdem die Metronom Eisenbahngesellschaft unerträgliche Zustände im Zusammenhang mit diesen Fahrten konstatierte, reagierte sie unter anderem mit einem Alkoholverbot und droht seither damit, Züge anzuhalten, wenn es auf einer Fahrt mit Hooligans zu Problemen kommt. „Das Konzept hat sich bewährt“, teilt die Sprecherin Anna Jäger hierzu abschließend mit.

Von Steffen Kahl

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