„Wir müssen geballt Druck ausüben“

Annette Niemann

Uelzen/Landkreis. Die Kreisverwaltung soll sich dafür stark machen, dass die seit den 90er Jahren ungenutzte Bahnlinie zwischen Uelzen und Dannenberg nicht entwidmet, sondern wieder für den Schienenverkehr freigegeben wird. Das hat der Wirtschaftsförderungsausschuss des Landkreises jetzt einstimmig empfohlen. Er folgte damit einem Antrag von Martin Oesterley (CDU).

Zuvor hatte Annette Niemann (Bündnis Zukunft) das Thema mit einer aktuellen Anfrage auf die Tagesordnung gebracht. Sie habe gehört, dass sich in Zernien (Kreis Lüchow-Dannenberg) ein Betrieb ansiedeln wolle, der Vielstoffmotoren herstellt und diese über die Strecke Uelzen-Dannenberg transportieren will. Dabei handelt es sich um Motoren, die mit mehr als nur einer Kraftstoffart betrieben werden können, zum Beispiel mit Benzin, Kerosin, Pflanzenöl, Ethanol oder Holzgas.

Niemanns Informationen zufolge will der Betrieb vor Ort 230 Arbeitsplätze schaffen. Das sei ein entscheidendes Argument für den Erhalt der etwa 42 Kilometer langen Bahnlinie. „Gibt es eine Chance, seitens des Landkreises sich einzumischen und sich für den Erhalt der Strecke einzusetzen?“, fragte sie nun.

Diese Notwendigkeit sah Heinz-Joachim Höfer (CDU) unbedingt. „Das lohnt sich in jedem Fall. Wir müssen dort geballt politischen und rechtlichen Druck ausüben“, sagte er und appellierte an die Kreisverwaltung, sich „mit allen Mitteln und möglichst schnell“ gegen die Entwidmung der Strecke durch das Eisenbahn-Bundesamt zu wenden.

Damit würde sich der Landkreis in die Riege Gleichgesinnter einreihen. Denn die Stadt Uelzen, der Förderverein Ost-heide-Elbe-Bahn, der Fahrgast-Rat Wendland und der Verkehrsclub Deutschland haben bereits schriftlich Widerspruch gegen das geplante Aus für die Bahnstrecke eingelegt (AZ berichtete). Nach dem Willen des Ausschusses soll die Kreisverwaltung nun prüfen, inwieweit rechtliches Vorgehen möglich ist, „damit der Zug nicht abfährt, sondern weiterfährt“, bekräftigte Martin Oesterley. Mit dieser Empfehlung wird sich nun der Kreisausschuss befassen.

Die Entscheidung des aus Süddeutschland stammenden Unternehmens, in Zernien produzieren zu wollen, sei aber noch nicht gefallen, erklärt Gemeindebürgermeister Heinz Schulz auf AZ-Anfrage. „Der Maschinenbaubetrieb erwägt, sich dort anzusiedeln. Der Flächennutzungsplan wird gerade bearbeitet, danach werden die Pläne öffentlich ausgelegt“, hält sich Schulz noch bedeckt, bestätigt aber, dass es sich um 230 neue Arbeitsplätze handeln soll.

Von Bernd Schossadowski

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