„Wir müssen endlich was machen“

Baudezernent Karsten Scheele-Krogull stellte auf der Bürgerversammlung im Ratssaal die verschiedenen Varianten zum Umbau der Marktstraßen vor.

Uelzen - Von Bernd Schossadowski. „Lasst es so, wie es ist.“ Es war ein eindringlicher Appell, den Wolfgang Bode, Anwohner der Veerßer Straße, auf der Bürgerversammlung der Stadt äußerte, um sein Nein zum Umbau der Marktstraßen zu verdeutlichen. Ganz anders sah das SPD-Ratsherr Manfred Daum: „Das ,weiter so’ haben wir lange genug ausprobiert, das ist kein Erfolgsrezept. Wir müssen wieder Leben in die Stadt bringen.“

Unterschiedlicher hätten die Meinungen zur Neugestaltung der Marktstraßen nicht ausfallen können. Und so gingen die rund 50 Bürger, die sich zu dem Infoabend im Ratssaal eingefunden hatten, am Ende auch ohne einen Konsens nach Hause. Die Stimmen, die eine Ausweitung der Fußgängerzone forderten, waren jedoch in der Mehrzahl.

Diesen Vorschlag gab Bauderzernent Karsten Scheele-Krogull der Arbeitsgruppe Innenstadt auch mit in deren abschließende Sitzung: Die Veerßer Straße möge zwischen Altem Rathaus und Turmstraße in eine Fußgängerzone umgewandelt werden, empfahl er. Das würde rund 200 000 Euro kosten, die Anlieger müssten sich aber nicht an den Kosten beteiligen. Allerdings würden dadurch rund 30 Parkplätze wegfallen.

Zuhörer Rainer Teske begrüßte diese Variante ausdrücklich. „Wir müssen endlich was machen und können nicht weiter vor uns hinplempern“, sieht er dringenden Bedarf, die Attraktivität der Innenstadt durch eine Verlängerung der Fußgängerzone zu steigern. „Die Bürger aus dem Kreis müssen einen Grund haben, nach Uelzen zu kommen.“

Ins gleiche Horn stieß Ratsherr Daum. Seiner Meinung nach muss die Aufenthaltsqualität erhöht und der Einkauf wieder zum Erlebnis werden. „Wir müssen eine einzigartige Situation schaffen, damit die Leute sagen: Ich fahre gerne nach Uelzen“, ist Daum überzeugt. Und Zuhörer Heinz Köhnsen erwartet, dass durch ein besseres Angebot an Geschäften auch deren Einnahmen steigen werden.

Genau das bezweifeln jedoch die Kritiker der Marktstraßen-Umgestaltung. Es werde sehr schwer, den Einzelhandel im Zentrum zu beleben, weil in Uelzen die Kaufkraft fehle, meinte Wolfgang Bode. Daran änderten auch „Schönheitsreparaturen“ wie die Glemme-Steine und die neu gepflanzten Bäume nichts.

Für eine „Teillösung“ plädierte Friedel Hennings, Inhaber des Juweliergeschäfts an der Veerßer Straße. „Wir sollten nur eine kleine Fußgängerzone vom Alten Rathaus bis zu den Fünf Propheten einrichten und im Nahbereich zusätzliche Parkplätze schaffen“, forderte er.

Dagegen sprach sich CDU-Ratsherr Dieter Schwutke für eine Fußgängerzone auf der Lüneburger Straße aus. Dort stünden ohnehin schon viele Geschäfte leer und „man kann nicht viel kaputt machen“, meinte er.

Für Baudezernent Scheele-Krogull spricht indes vieles dafür, die Lüneburger Straße nicht in eine Fußgängerzone umzuwandeln. „In diesem Fall wäre sie verwaist, weil dort die Nutzung fehlt, die eine Fußgängerzone füllen könnte“, erklärte er.

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