Die Verlegung des Wochenmarktes hat sich bewährt / Stadt stellt Entwurf einer Marktsatzung vor

„Wir müssen Besonderes bieten“

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Marktalltag in der Uelzener Innenstadt: Sonderveranstaltungen sollen den Vitalmarkt bekannter machen und die Beliebtheit steigern – auch bei Anbietern.

Uelzen. Der Uelzener Wochenmarkt soll attraktiver und durch zusätzliche Angebote und Sonderveranstaltungen bereichert werden. Das wünscht sich die Stadtverwaltung. Sie hat daher für den Wochenmarkt in der Innenstadt nun erstmals den Entwurf einer Satzung erarbeitet – diese gab es nach dem Umzug vom ehemaligen Marktgelände an den neuen Standort nämlich noch nicht.

Dezernent Herbert Blödorn stellte die Eckpunkte der Satzung jetzt im Ausschuss für Stadtentwicklung vor. „Die Stadt will die Marke Vitalmarkt weiter herausarbeiten und das Angebot ergänzen“, erklärte Blödorn. Bereits am 4. Juli könnte der Stadtrat die Marktsatzung beschließen. Der Entwurf sei in Gesprächen mit Händlern, Marktbeschickern, dem City-Management und sonstigen Interessenvertretungen der Innenstadt bereits weitgehend abgestimmt worden.

„Hier haben wir einen breiten Konsens erzielt“, sagte Blödorn. Ein weiteres Gespräch, auch unter Beteiligung der Anlieger, sei aber noch geplant. Ebenso werden die politischen Fraktionen nun darüber beraten. „Die künftige Satzung soll nicht nur rein ordnungsrechtlichen Charakter haben, sondern auch gestalterische Elemente“, erläuterte der Dezernent. So soll der Wochenmarkt nicht mit Haushaltswaren, Kleintextilien, Leder- und Korbwaren überfrachtet werden.

Von diesen Angeboten werden laut Satzungsentwurf maximal drei Verkaufsstände zugelassen. Zudem sollen überall dort, wo Ladengeschäfte verdeckt werden können, die Marktbeschicker ihre Stände nach allen Seiten öffnen und durchschaubar machen. Ebenfalls werden einheitliche, verlässliche Öffnungszeiten aller Marktstände jeweils mittwochs und sonnabends von 7 bis 14 Uhr angestrebt.

Nicht zuletzt sollen sich die Marktbeschicker künftig an den verkaufsoffenen Sonntagen beteiligen. Ausdrücklich sieht der Satzungsentwurf vor, dass die Stadt Sonderveranstaltungen zulassen kann, die den Bekanntheitsgrad und das Image des Marktes fördern.

Dabei seien unter anderem Themenmärkte gewünscht, sagte Blödorn und verwies auf eine Veranstaltung dieser Art, zu der der neu gegründete Verein „Innenstadt Uelzen“ für Sonnabend, 18. Juni, einlädt: Während des Wochenmarktes halten fünf Händler auf der Lüneburger Straße verschiedene Angebote für das neue Schuljahr bereit, unter anderem Ranzen, Schultüten, Sportbekleidung und Fahrräder.

„Wir haben diese Veranstaltung als Beitrag zur Belebung der Innenstadt und als Werbung für den Wochenmarkt zugelassen“, erklärte Blödorn. Er verwies auch auf die Wochenmarkt-Umfrage, die die Stadtverwaltung im vergangenen Jahr gestartet hatte. Daran hatten sich 841 Kunden, 53 Markthändler und 46 Einzelhändler aus Innenstadt-Geschäften beteiligt (AZ berichtete). Das Ergebnis der Befragung: Die große Mehrheit begrüßt den jetzigen Standort des Wochenmarktes, eine Rückverlegung auf das ehemalige Marktgelände am Veerßer Tor kommt für sie nicht in Betracht.

Nach dem Vorschlag der Befragten sollte das Angebot auf dem Wochenmarkt aber erweitert werden. Zusätzlich gewünscht werden zum Beispiel eine mobile Bäckerei, Biofleisch, Naturkostsäfte sowie Angebote des Bauckhofes und der Bohlsener Mühle, sagte Blödorn. Ab Herbst wolle zudem ein Anbieter Bestellungen von Ziegen- und Rinderwurstwaren annehmen. Allerdings werde die Zahl der Marktbeschicker in der Uelzener Innenstadt immer geringer, bedauerte City-Manager Joachim Lotz.

„Wir kriegen die Fläche im Moment nicht voll.“ Das habe möglicherweise Altersgründe „oder es rechnet sich für die Beschicker nicht“, mutmaßte er. Deshalb sprach er sich dafür aus, mehr Bioprodukte auf dem Wochenmarkt anzubieten und diesen dadurch attraktiver zu machen. „Wir müssen etwas Besonderes bieten und nicht nur einen Markt“, betonte Lotz.

Von Bernd Schossadowski

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