„Wir haben nicht viel Zeit“

Wohin führt der Weg der Uelzener Sternschule? Die Projektgruppe „Bildung und Region“ schlägt mittelfristig die Fusion des Hauptschulzweigs mit dem der Lucas-Backmeister-Schule vor.

Uelzen/Landkreis - Von Bernd Schossadowski. „Mittel- bis langfristig werden wir aufgrund der demografischen Entwicklung Kleinst-Hauptschulangebote nicht mehr halten können.“ Dieses Fazit zog Hubertus Schober von der Projektgruppe „Bildung und Region“ gestern aus dem von ihm erarbeiteten Gutachten zur Schulentwicklung im Kreis Uelzen. Schober stellte dem Kreis-Schulausschuss die wichtigsten Aussagen der mehr als 200 Seiten umfassenden Expertise vor.

Eine weitere Erkenntnis aus der Untersuchung: Auch kleine Grundschulen im Kreisgebiet werden wegen stetig sinkender Schülerzahlen nicht mehr lange zu halten sein, glaubt Schober. Zudem sollten bislang getrennte Standorte von Haupt- und Realschulen in bestimmten Gemeinden zusammengelegt werden. Überdies kann sich Schober vorstellen, aus den beiden Uelzener Hauptschulen mittelfristig eine zu bilden.

„Wir sollten schon jetzt – in den nächsten Monaten – erste Vorentscheidungen treffen“, empfahl der Schul-Experte aus Bonn-Bad Godesberg und schlug Gespräche des Landkreises mit den Schulträgern sowie den Eltern-, Lehrer- und Schülervertretern vor. „Wir sollten uns die Zeit nehmen, alles zu diskutieren. Aber wir stehen nicht unter Zeitdruck“, sagte Schober.

Das sah Ausschussmitglied Martin Oesterley (CDU) anders. „Ich glaube nicht, dass wir viel Zeit haben“, meinte er. „Wir werden versuchen müssen, irgendwann in dieser Legislaturperiode zu Entscheidungen zu kommen, und sollten nicht erst 2015 damit anfangen.“

Ebenso wie Oesterley lobte Jürgen-Peter Hallier (SPD) das Gutachten. „Wir sind alle heilfroh, dass wir jetzt was Schwarz auf Weiß haben. Vorher war das nur ein Stochern im Nebel“, erklärte Hallier. Nun sollte der Prozess der Schulentwicklung in Gang gesetzt werden. „Wir müssen unsere Hausaufgaben machen und den Plan ausarbeiten. Irgendwann kommen Direktiven aus Hannover“, rief er zum zügigen Vorgehen auf.

Eine gemeinsame Sitzung mit den Vertretern der anderen Schulträger im Kreis Uelzen forderte Dorothee Schulze (Grüne/Bündnis Zukunft). Die jetzt vorgelegte Expertise sei „eine gute Grundlage für die schulpolitische Diskussion“, befand Horst-Michael Hintze (FDP).

Doch wie geht es nun weiter? Nach der Änderung des niedersächsischen Schulgesetzes 2009 sei der Kreis Uelzen rechtlich nicht mehr verpflichtet, den Schulträgern die Planung vorzugeben, erläuterte Dezernent Lothar Heinisch. „Die Politik muss selbst entscheiden, ob und wann sie Veränderungen der Schullandschaft haben will.“ Deshalb seien nun die Kommunen, aber auch Schulleitungen, Eltern und Schüler gefragt, dazu Stellungnahmen abzugeben. „Diese werden wir in unsere Überlegungen einbeziehen und nach den Sommerferien im Schulausschuss vorlegen“, sagte Heinisch.

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