FDP ist im Kreis Uelzen abgestürzt / Landratskandidat Rainer Fabel kritisiert Zögerlichkeit der eigenen Partei

„Wir haben nicht ergebnisorientiert gearbeitet“

+

bs Uelzen. Im Kreistag büßte sie einen ihrer beiden Sitze ein, im Uelzener Stadtrat ist sie künftig gar nicht mehr vertreten – beide bisherigen Mandate gingen verloren. Verschwindet die FDP von der politischen Bildfläche im Landkreis Uelzen?

Rainer Fabel, Landratskandidat und einziger FDP-Vertreter im neuen Kreistag, macht mehrere Faktoren für das schlechte Abschneiden der Liberalen auf Kreisebene verantwortlich. „Wir haben dem Trend aus Berlin nicht ausweichen können. Die Turbulenzen im Bund helfen keinem“, gibt Fabel zu. Allerdings macht er auch eigene Fehler seiner Partei für das Stimmen-Ergebnis von nur 1,29 Prozent im Uelzener Stadtrat verantwortlich: „In den vergangenen drei bis vier Jahren haben wir dort nicht so entscheidungsfreudig und ergebnisorientiert gearbeitet.“ Beispielsweise habe das 2006 gewählte FDP-Stadtratsmitglied Sebastian Börner sich zum Studium nach England verabschiedet und sein Mandat nicht wahrgenommen. Zudem hätten sich Beschlüsse des FDP-Fraktionschefs Jörg Firus und des für Börner nachgerückten Ratsherrn Gerald Röpe, etwa zur Zukunft der Marktstraßen, „ellenlang hingezogen“, kritisierte Fabel. „Die Leute wollen aber Entscheidungen haben.“ Ganz abgestürzt sei die FDP im Kreis jedoch nicht, daher verschwinde sie auch nicht von der Bildfläche. So stellen die Liberalen in den Räten der Samtgemeinden Aue, Bevensen-Ebstorf und Rosche künftig jeweils einen Abgeordneten. „Für uns geht nicht alles rückwärts, wir wollen die Sache von unten neu aufbauen“, zeigt sich Fabel kämpferisch.

Von Bernd Schossadowski

Kommentare