Lukat zum Ukraine-Projekt: „Wir haben jetzt zu bestimmten Punkten Fragen“

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Ukraine-Investment der Stadtwerke: Die Uelzener Rathaus-Spitze will Projekt kurzfristig überprüfen und noch in diesem Jahr Entscheidungen fällen.

Uelzen - Von Marc Rath. Noch im Dezember will sich die Stadtspitze über die Gesellschafterversammlung und den Aufsichtsrat der Stadtwerke Klarheit über die genaue Situation des Ukraine-Investments des städtischen Energieversorgers verschaffen. „Wir haben Entscheidungen zu treffen und brauchen dafür eine fundierte Faktenlage“, erklärte Uelzens Erster Stadtrat Jürgen Markwardt gestern gegenüber der AZ.

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Markwardt geht davon aus, „dass wir noch in diesem Jahr zu Entscheidungen kommen müssen“. Bis zur vorigen Woche war man im Rathaus davon ausgegangen, dass das Landwirtschaftsengagement der Sustainable Bio Energy Holding GmbH (SBE) – an der die Stadtwerke Uelzen und Schwäbisch Hall zu je 50 Prozent beteiligt sind –in diesem Jahr ein ausgeglichenes Ergebnis präsentiert. Vorige Woche räumte die SBE dann ein, dass die Ertragsprognosen verfehlt wurden und ein Exportstopp zu Mindererlösen von 600 000 Euro führt. Für die Bestellung der nächsten Ernte sind 2,5 bis 3 Millionen Euro zusätzlich nötig. Die will der neue Geschäftsführer Gert Sieger über Kredite finanzieren.

Die SBE-Gesellschafter hatten in einer ersten Reaktion auf die neue Entwicklung vorige Woche die beiden bisherigen Geschäftsführer Claus Dieter Lang und Falk-Wilhelm Schulz abberufen (AZ berichtete). Lang wird weiter für die SBE tätig sein, Schulz ist Prokurist bei den Stadtwerken. „Wir kümmern uns um die Krise und werden alle Felder beackern“, kündigte Markwardt an.

Bürgermeister Otto Lukat hatte in der vorigen Woche die Informationspolitik der Stadtwerke kritisiert. „Wir haben jetzt zu bestimmten Punkten Fragen, die über das Herangehen hinausgehen, das wir in der Vergangenheit als ausreichend betrachtet haben“, erklärte der Bürgermeister gestern.

Das Projekt sei in den ersten beiden Jahren hinter Erwartungen zurückgeblieben. Lukat: „Wir müssen jetzt analysieren was dauerhaft und was veränderbar ist.“ So sei für ihn bedeutend, wie dauerhaft ein Exportstopp die Bilanz beeinträchtigen kann. Bislang haben die Stadtwerke Uelzen 5,5 Millionen Euro in das Projekt investiert.

„Wir selber werden uns die Sachverhalte und Fakten genau angucken und am Ende die daraus zu treffenden Entscheidungen fällen“, bekräftigte Lukat. Der Bürgermeister unterstrich dabei, dass für ihn Sachfragen vor Personalentscheidungen stehen und warnte davor, „dass es nicht zu einseitigen Vorverurteilungen kommt“.

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