„Wir finden es nicht sauber“

Die Wählergemeinschaft Bodenteich stellt sich zur Kommunalwahl im September neu auf und wird zur Wählergemeinschaft Aue. Foto: Ph. Schulze

Bad Bodenteich. Im Rat der Samtgemeinde Bodenteich wird sich nicht viel ändern, im Rat des Fleckens hingegen schon. Der Wechsel von Ratsherrn Wilfried Nickel von der Wählergemeinschaft Bodenteich (WGB) zur SPD beschäftigt derzeit besonders die Mitglieder der Wählergemeinschaft.

Während der Fraktionssitzung der Wählergemeinschaft wurde nun entschieden, dass Wilfried Nickel mit sofortiger Wirkung nicht mehr der Fraktion der WGB angehört. Neuer Fraktionsvorsitzender ist der Lüderaner Tankmar Sauer, den Sitz von Nickel im Feuerschutzausschuss soll Jürgen Pickny übernehmen.

Weiterhin wurde beschlossen, den Namen in Wählergemeinschaft Aue (WGA) umzubenennen. „Dies gilt mit sofortiger Wirkung für die Fraktionen der Samtgemeinde, des Fleckens Bodenteich sowie der Gemeinden Lüder und Soltendieck“, erklärte Tankmar Sauer.

Wilfried Nickel wechselt zum 1. April offiziell zu den Sozialdemokraten. „Das war so ursprünglich nicht abgesprochen. Er will die Mandate mitnehmen. Wir finden es nicht sauber“, sagt Sauer. Im Samtgemeinderat ist die Gruppe um eine Person geschrumpft. „Für uns ändert sich nichts“, schildert Sauer. Eigentlich wollte Nickel ursprünglich erst im Herbst wechseln. „Wilfried Nickel hat entgegen allen Beteuerungen gehandelt“, beklagt sich Joseph Zettelmaier. Er ist sich sicher, dass Nickel gewechselt hat, weil er seine Vorstellungen gerade in Sachen Einheitsgemeinde nicht umsetzten konnte. „Man muss mit solchen Dingen leben“, sagt Zettelmaier, der in Soltendieck auch noch den Wechsel von Jürgen Wöhling von der WGB zur CDU im Hinterkopf hat. „Es hätte auch gar nicht funktionieren können, wenn Herr Nickel gedanklich schon bei der SPD ist und mit uns den Wahlkampf vorbereitet“, so Zettelmaier.

Im Fleckenrat hat die Wählergemeinschaft nun keinen Fraktionsstatus mehr. Heinz-Joachim Priebe steht jetzt allein da: „Die Ablösung von Herrn Nickel ist vollzogen.“ Nun überlegt Priebe, wie es weitergehen soll. Er trägt sich mit dem Gedanken, eine Gruppe mit der SPD zu bilden, denn sonst hätte er nur ein Grundmandat in den Ausschüssen – ohne Stimmrecht. Und auch im Verwaltungsausschuss wäre er nicht mehr vertreten. „Ich möchte mit entscheiden können“, sagt Priebe, auch wenn seine Kollegen der WGA von seiner Idee weniger begeistert sind. „Ich habe mit Wilfried Nickel ein gutes Verhältnis gehabt. Für mich ist sein Wechsel ein Verlust für die Wählergemeinschaft“, sagt Priebe enttäuscht.

Doch trotz des Wechsels von Nickel zur SPD bereitet sich die Wählergemeinschaft auf den Wahlkampf vor. Am Donnerstag, 31. März, um 19 Uhr treffen sich die Vertreter im Gasthaus Alt-Wieren. Eingeladen sind alle Interessierten, die keiner Partei angehören, aber sich politisch für die Region engagieren wollen.

Von Jörn Nolting

Kommentare