Verwaltung prüft Fördermöglichkeiten / Bisher noch kein offizieller Investor

Wipfelpfad ist weiter Thema

An sieben Standorten in Deutschland gibt es bereits Wege hoch über den Wipfeln. In Ebstorf würde ein Pfad aufgrund der Vielfältigkeit des Waldes reizvoll sein. Zudem würde sich Besuchern ein Blick über die Heide bieten. Foto: dpa

Ebstorf. Ein Baumkronenpfad wäre im Klosterflecken Ebstorf möglich und auch wirtschaftlich – so lautete etwa vor einem halben Jahr das Ergebnis der Machbarkeitsstudie, die der Klosterflecken bei dem Architekten-Duo Jürgen Othmer und Werner Hillmann in Auftrag gegeben hatten.

Seit dem ist es ruhig geworden um das Projekt Waldweltenweg – in der Schublade verschwunden sind die Pläne jedoch nicht, wie Ebstorfs Gemeindedirektor Wilhelm Oelstorf auf AZ-Nachfrage versichert.

Nach Berechnungen der Architekten würde die Umsetzung des Projektes – mit den bisher vorgeschlagenene Rahmendaten – insgesamt rund 5,3 Millionen Euro kosten und könnte jährlich etwa 140 000 Besucher nach Ebstorf ziehen. Die Gemeinde möchte sich angesichts klammer Kassen an den Kosten für das Projekt nicht beteiligen. Bevor Ebstorfs Verwaltungschef jedoch Investoren anwirbt, setzt er darauf, klare Verhältnisse zu schaffen. Derzeit ist er darum dabei, verschiedene Fördermöglichkeiten abzuklopfen. Auch mit den Marketing-Experten aus Bad Bevensen ist Oelstorf im Gespräch. „Wir müssen schauen, ob es sinnvoll ist, das Projekt anstatt über den Klosterflecken Ebstorf über die Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf anzugehen“, sagt der Rathauschef. Wenn ein Baumkronenpfad in Ebstorf entstehen würde, wäre das der nördlichste von insgesamt sieben in ganz Deutschland – aus touristischer Sicht ein willkommener Leuchtturm, der dem Klosterflecken steigende Gästezahlen bescheren könnte. Gleichzeitig gibt es unter den Einwohnern des Ortes auch kritische Stimmen: Zum einen wird der Standort – der Ahrensberg – hinterfragt, unter anderem, weil in diesem Bereich auch eine Waldkindergruppe des DRK durch die Natur streunt. Der Bauwagen der Kindergartengruppe müsste vor der Errichtung eines Baumkronenpfades versetzt werden. Ein Argument für diesen Standort, das auch aus der Sicht von Forstfachleuten bestätigt wurde: Das Waldgebiet ist eben wegen der Nutzung durch die Waldgruppen sowie den angrenzenden Campingplatz bereits beansprucht – es handelt sich dort also nicht um unberührte Natur.

Von Wiebke Brütt

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