Betriebsausschuss des Stadtforstes diskutiert über aktuellen Sachstand

Windräder in Wäldern tabu

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Entscheidung des Landwirtschaftsministeriums: keine Windkraftanlagen inmitten von Baumwipfeln in Niedersachsen.

Uelzen. Bei der Suche nach möglichen neuen Flächen für Windkraftanlagen sind Uelzens Waldflächen bis auf weiteres aus dem Rennen.

Auf diesen Punkt brachte es Stadtförster Thomas Göllner, der die Mitglieder des Betriebsausschusses Stadtforst in deren gestriger Sitzung über den aktuellen Stand zu dieser durchaus kontrovers diskutierten Idee informierte.

Dabei griff Göllner auf verschiedene Vorträge zu dem Thema zurück, die auf der Jahrestagung der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) Niedersachsen in Hannover gehalten wurden. Entscheidend waren dabei die Ausführungen Dr. Stephan Löbs vom Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium. Der hatte die in den Neuentwurf des Landesraumordnungsprogramms (LROP) aufgenommene Regelung erläutert, wonach Niedersachsens Wälder als Standorte für Windkraftanlagen tabu bleiben sollen. Nur wenn es keine alternativen Standorte gebe und es sich zudem um mit technischen Einrichtungen oder Bauten vorbelastete Flächen handle, könne ein Waldareal in Anspruch genommen werden. Die Argumentation Löbs stützte sich vor allem auf die Tatsache, dass Niedersachsen eines der waldärmsten Bundesländer ist, und hob die besondere Bedeutung von Waldflächen hervor.

Ausschussmitglied Klaus Knust (SPD) hielt mit seiner Meinung nicht lange hinterm Berg: „Ich halte diese Entscheidung für falsch.“ Zum einen bevormunde sie die Waldbesitzer, zum anderen berücksichtige sie keine regionalen Unterschiede. So gehöre der Landkreis Uelzen zu denen, die sich beim Waldanteil nur knapp unterhalb des Bundesdurchschnitts von 31 Prozent bewegen und somit nicht als waldarm gelten müssten. „Die Möglichkeit einer Einzelfallprüfung muss daher offen bleiben.“

Auch der Erste Stadtrat Jürgen Markwardt betonte: „Wir können mit dieser Entscheidung nicht zufrieden sein.“ Sie nehme der Stadt Uelzen die Chance, an dieser Einnahmequelle teilzuhaben, denn in der Stadt gebe es keine alternativen Flächen.

Stadtförster Göllner selbst gab ebenfalls zu verstehen, dass er dem Beschluss skeptisch gegenüberstehe: Es müsse natürlich ausführlich geforscht werden, welche Wirkungen eine Windkraftanlage im Wald auf Menschen, Tiere und Pflanzen habe. „Aber es tut weh, der generellen Möglichkeit von vornherein restriktiv beraubt zu werden.“ Man sei jetzt in der Situation, abzuwarten: In den südlichen Bundesländern entstünden die Waldwindparks bereits und könnten in der Folge Aufschluss darüber geben, ob diese Standortwahl Probleme mit sich bringe.

Löb hatte in seiner Präsentation neben einer möglichen Brandgefährdung für die Wälder auch von „Kenntnislücken“ in Bezug auf die Auswirkungen auf Flora und Fauna, insbesondere der Vögel verwiesen.

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