Schäden in 2015 bereits enorm / Stürme lassen 20 000 Festmeter an Hölzern fallen

Windhosen wüten in Wäldern

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Sie hat es nicht mehr im Boden gehalten. Im Waldgebiet Sieken wurde eine etwa 100 Jahre alte Kiefer von einem Sturm niedergerissen. Jörg Becker, Bezirksförster für Molzen, hat nun die Beseitigung des Schadens zu koordinieren.

Uelzen-Westerweyhe. Es stehen nur noch die Lärchen. Sie trotzten der Windhose, die ihre Schneise der Verwüstung durch ein privates Waldstück im Sieken zwischen Westerweyhe und Barum gezogen hat.

Die Kiefern, die dort standen, boten mit ihren Nadelästen dem „Tornado“ eine Angriffsfläche und wurden umgerissen. Wenige hundert Meter weiter hat es noch nicht einmal mehr die Lärchen im Boden gehalten, als sich der Sturm seinen Weg suchte. Rund 1,8 Hektar Waldfläche, so schildert Jörg Becker, Bezirksförster für Molzen, seien in diesem Gebiet gefallen. Wenige Wochen sei das gerade einmal her, sagt er.

Zu Beginn des neuen Jahres sind die Sturmschäden im Gebiet des Forstamtes Uelzen bereits enorm. Rund 20 000 Festmeter an Waldhölzern fielen im Januar Windstürmen zum Opfer. „Das ist knapp der Einschlag von zwei Revierförstereien während eines Jahres“, erklärt Becker. Auffällig sei, dass zunehmend Windhosen über den Landkreis hinwegziehen und in der Forst Schlachtfelder hinterlassen. „Ich stelle seit fünf Jahren eine zunehmende Häufung solcher Windhosen fest“, so Becker. Dabei gebe es wie im Sieken auch Waldstücke, die immer wieder betroffen seien. Über sie werde eine Dokumentation geführt.

Gleich dem im Januar „niedergemähten“ Waldstück zwischen Westerweyhe und Barum gegenüber liegt eine Fläche, auf der junge Bäume mit faustdicken Stämmen stehen. „Dort hat der Wind schon früher gewütet“, so Becker.

Zerstörte Waldflächen werden wieder aufgeforstet. „Was Wald war, bleibt Wald“, erklärt der Bezirksförster. Gegen die Ausfälle könnten Waldbesitzer Sturmversicherungen abschließen. Was letztlich den finanziellen Schaden betreffe, so sei dieser nur schwer zu ermitteln. Es könne der Sturm-Einschlag anhand der gefallenen Festmeter ermittelt werden, aber „das sagt noch nichts darüber aus, was in 40 Jahren bei einer Ernte an Verkaufserlösen hätte erzielt werden können“.

Um künftig mögliche Schäden so gering wie möglich zu halten, werde beim Pflanzen darauf geachtet, dass der Wind wenig Angriffsfläche erhalte. Lärchen und Laubbäume ohne Blätter im Winter, die bei Stürmen wie Segel wirken können, sollen im Sieken gesetzt werden. Das Forstamt arbeite mit der forstlichen Versuchsanstalt zusammen, um die besten Lösungen für Waldbesitzer zu finden, sagt Becker. Im Sieken werden voraussichtlich in 30 bis 40 Jahren die ersten Bäume geerntet werden können.

Von Norman Reuter

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