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WFG will umstrittenes Vertragswerk mit dem Uelzener Citymanagement auflösen

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Um seine Bezahlung geht es: Joachim Lotz.

Uelzen. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) will die umstrittenen Vertragswerke mit dem Uelzener Citymanagement rückwirkend wieder auflösen: Das gab WFG-Geschäftsführer Markus Schümann gestern Abend bekannt.

Dem soll der Aufsichtsrat auf einer Sondersitzung am morgigen Freitag stattgeben. Zuvor hatte es massive Kritik an dem Konstrukt gegeben, mit dem Gläubiger von Citymanager Joachim Lotz ausgehebelt worden waren. Die damals getroffene vertragliche Lösung sei ,,in ihrer Außenwirkung falsch eingeschätzt worden und lässt Interpretationsspielräume offen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Schümann darin wörtlich: „Dies mussten wir erkennen, einräumen und sofort abstellen. “.

Joachim Lotz hatte für seine Tätigkeit bis zur Insolvenz seiner Schimmel Papeterie GmbH 30 000 jährlich von der WFG bekommen. Nach der Insolvenz wurde er auf 450 Euro-Basis weiterbeschäftigt, seit Anfang des Jahres fließt der Restbetrag der 30 000 Euro in eine Unternehmergesellschaft (UG), die seine Frau gegründet hatte. In der Öffentlichkeit und auch in weiten Teilen der Kommunalpolitik war dieses Umleiten als zweifelhafte Methode kritisiert worden, Gläubiger um ihr Geld zu bringen. Bezahlt wird der Citymanager aus Steuergeldern.

Mit der Gläubigerthematik hatte sich der Aufsichtsrat auf seiner Sitzung am 17. Februar intensiv befasst, so Schümann. „Alle Beteiligten sind davon ausgegangen, dass es keine Benachteiligung von Gläubigern gibt oder geben kann“, heißt es in dem Schreiben von gestern. Daraufhin hatte der Aufsichtsrat dem Vertrag mit der UG zugestimmt. Tatsächlich aber gebe es zwei Gläubiger. Wie die Falschinformation zustande kam, ob Joachim Lotz vorgeworfen wird, die WFG-Geschäftsführung getäuscht zu haben, war gestern nicht zu erfahren.

Lotz und seine Frau sollen nun zwei sozialversicherungspflichtige Arbeitsverträge bekommen, die bis zum 31. März 2017 befristet werden. Dann soll das Stadtmarketing personell und inhaltlich neu aufgestellt werden.

Von Thomas Mitzlaff

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