Wilgrü bereit für Abriss

C&A will in Uelzen wachsen

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Uelzen. Die Zeit für das Wilgrü-Gebäude an der Gudesstraße in Uelzen läuft ab. Zum Ende des Monats wird auch das letzte Leben aus dem Haus verschwinden: Die Kanzlei der Rechtsanwälte Winfried Treptow, Marco Wrede und Dania Koop zieht zum 1. Juni wenige Häuser weiter, in die Gudesstraße 25.

Seit acht Jahren besteht diese Kanzlei in dem Gebäude, das voraussichtlich schon in diesem Sommer abgerissen werden soll. „Wir wären auch gerne geblieben“, sagt Treptow. Schon innerhalb des vergangenen Jahres sei klar gewesen, dass sich eine Sanierung nicht mehr lohne. Die Fenster sind einfach verglast und einen Aufzug einzubauen, wäre „unverhältnismäßig teuer“ geworden, berichtet Wrede.

Die ROSCO Unternehmensgruppe aus Bad Hersfeld hat das ehemalige Wilgrü sowie das benachbarte Juweliergeschäft Meyer-Nehls und das Schnell-Restaurant „City-Dinner“ gekauft, um auf dem Gesamtgrundstück einen Neubau zu errichten. Die Fläche soll dann für Einzelhandel genutzt werden. Dass die Bekleidungskette C&A – wie seit Wochen gemutmaßt – Interesse hat, bestätigt der C&A-Pressesprecher Lars Boelke auf AZ-Nachfrage. „Wir fühlen uns in Uelzen wohl und wollen uns dort auch gerne vergrößern, weil es ein interessanter Standort ist.“ Weder er noch ROSCO-Chef Dennis Rossing wollen sich zum Stand der Vertragsverhandlungen äußern. Aber: „Es gibt Pläne, einen C&A Small Family Store in Uelzen zu eröffnen“, verrät Boelke. Dieses Geschäft werde dann im Vergleich zu dem zugehörigen Modehaus in Lüneburg kleiner, jedoch ebenso Mode für die ganze Familie anbieten. Ob zusätzlich der C&A-Laden mit Kinderbekleidung erhalten bleibt, sei noch offen.

Die ROSCO Unternehmensgruppe entwickelt seit 20 Jahren großflächige Immobilienanlagen, mit Schwerpunkt auf Objekten für den Einzelhandel. Eines der aktuellen Projekte von Rossing ist die Sanierung eines großen Industriedenkmals Salzmann in Kassel, mit einer geplanten Investition von rund 18 Millionen Euro. Mit der Investition an der Gudesstraße will er einen Standort schaffen, der weitere Kaufkraft für die Uelzener Innenstadt bedeutet (AZ berichtete).

Von Diane Baatani

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