FDP will in die Fläche

Rainer Fabel

Uelzen/Landkreis. Politik muss von unten wachsen – und kann das auch. Davon ist Rainer Fabel überzeugt. Uelzens neuer FDP-Kreisvorsitzender Rainer Fabel will das bei und mit seiner Partei demonstrieren. Bislang haben die Liberalen im Kreis drei Ortsverbände. Ab Sommer will Fabel mit dem neuformierten FDP-Kreisvorstand über die Dörfer ziehen. Ortsverbände in allen Samtgemeinden sind sein Ziel. „Dass muss bis zum Winter stehen“, sagt der 54-Jährige. Denn die Kommunalwahl im Herbst 2011 wirft dann längst ihre Schatten voraus. „Wir wollen in allen Räten dabei sein“, formuliert der Landwirt aus Nestau ein ehrgeiziges Ziel und weiß: „Dazu müssen wir flächendeckend präsent sein.“ Von Marc Rath

Bis zum Sommer will sich Fabel mit seinem engeren Team über künftige Ziele verständigen. Direkter, besser und wirtschaftlicher ist dabei der Dreiklang, der Fabel politisches Verständnis wohl ganz gut zusammenfasst. Entscheidungen müssen fundiert sein, aber sie können oft schneller gefällt werden, ist er überzeugt. Darin sieht Fabel auch ein Manko, warum sich viele Menschen nicht für Kommunalpolitik begeistern können.

Qualität ist für ihn ein wichtiges Kriterium. Auch in der Schuldiskussion. „Da ist nicht die kleinste Schule unbedingt die beste.“ Eine gute Ausstattung und ein breites Unterrichtsangebot seien wichtig. Fabel koppelt das mit einem klaren Bekenntnis zum dreigliedrigen Schulsystem. Zum Herbst werden sich die Liberalen konkret äußern, verspricht ihr Vorsitzender.

Mehr Effizienz fordert Fabel bei den Verwaltungsstrukturen. „Wir müssen dies wirtschaftlicher betrachten“, zeigt er sich offen in der Debatte über neue Strukturen. Die Freiwilligkeit bei Fusionen und Kooperationen ist ihm wichtig. Das „hervorragende Angebot des Landes mit dem Zukunftvertrag“ sollte die Entscheidung erleichtern, sagt er – wohl wissend, dass, wer die goldenen Zügel nicht ergreift, anschließend vom Land mit der Peitsche rechnen muss.

Dass die Liberalen vor Ort mit unterschiedlichen Partnern verbandelt sind – mit der CDU im Landkreis und in der Kreisstadt mit der SPD – ist für Fabel völlig in Ordnung. „Wir sind als FDP für jede demokratische Partei offen“, sagt er mit Blick auf Uelzen, Hannover, Düsseldorf oder Berlin.

Ob die jetzige Konstellation die Kommunalwahl überlebt, lässt er offen. Dass in Uelzen die SPD die FDP schon mal übergeht, registriert er indes aufmerksam. „Das darf sich nicht jede Woche wiederholen“, kommentiert er die Beispiele aus der Vergangenheit.

Im Kreistag hätte bei einer im Sommer avisierten Gruppenbildung das christlich-liberale Bündnis in allen Gremien eine Mehrheit. Fabel lässt durchblicken, dass er diese Option reizvoll findet. Die Zusammenarbeit mit Wolfram Sest klappe „prima“, kann er sich den im März zur FDP-Fraktionen hinzugestoßenen Grünen auch als liberalen Kandidaten bei der nächsten Wahl vorstellen – „warum dann nicht als FDP-Mitglied?“

Der langjährige Kreislandwirt und Vorsitzende des Landvolks ist selbst ein Spätstarter in der Parteipolitik. Vor drei Jahren war er noch parteilos, vor zwei Jahren saß er bereits als stellvertretender Vorsitzender im FDP-Kreisvorstand. Zwar scheiterte seine geplante Bundestagskandidatur an der Celler Übermacht auf der Wahlkreiskonferenz, doch inzwischen rückte der Nestauer in den Landes- und Bezirksvorstand seiner Partei auf.

Ob man seinen Kopf in Zukunft auch auf Wahlplakaten sehen kann –  etwa bei der Landtagswahl 2013? Fabel lächelt bei dieser Frage und wirkt so, als sei ihm der Gedanke keinesfalls unsympathisch. „Meine persönlichen Ziele sind erstmal nicht so wichtig“, wiegelt er dann ab

Da besinnt sich einer in der Politik auf seine beruflichen Erfahrungen – erst säen und dann sehen, was man ernten kann.

Kommentare