Von Woche zu Woche

Wieviel Parkplatz braucht die Stadt Uelzen?

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Das Parkgelände am Hammersteinplatz gestern Morgen, als die Autofahrer erstmals fürs Abstellen ihrer Karossen die Parkautomaten füttern mussten.

Das Thema ist Jahrzehnte alt, doch es wird immer aktuell bleiben und ist immer für kontroverse Diskussionen gut – und es hat in dieser Woche wieder reichlich neue Nahrung erhalten.

Denn mit zwei neuen Parkscheinautomaten und einer entsprechenden Beschilderung hat die Stadt Uelzen am Donnerstag dieser Woche die Dauerparker vom Hammersteinplatz vertrieben. Wo diese abgeblieben sind, kann man nur vermuten – in manchen Seitenstraßen rund um den Kreisel ist es voller geworden und auch im Parkhaus Marktcenter registriert man eine bessere Auslastung der Dauerparkplätze. Und der sonst immer voll belegte Hammersteinplatz war von einem Tag auf den anderen nahezu verwaist.

Das Thema Parken in der Innenstadt hat im Wesentlichen zwei Aspekte: Zum einen sollen Besucher und Einkäufer möglichst problemlos einen Parkplatz in der Innenstadt finden. Dafür sind Parkgebühren unerlässlich (und diese sind natürlich außerdem eine wichtige Einnahmequelle für die Stadt).

Der zweite Aspekt aber sind die Menschen, die in der Innenstadt arbeiten, dort aber nicht wohnen. Und das sind nicht wenige. Die haben ihre Fahrzeuge bislang auf den Hammersteinplatz gestellt oder sich „Nischen“ anderswo am Stadtrand gesucht. Für sie steht jetzt reichlich Parkraum am neuen Marktcenter bereit.

Nun gibt es seit Jahren immer wieder lebhafte Debatten darüber, ob es in der Innenstadt auch ausreichend Kurzzeitparkplätze gibt, gerade an Wochenmarkttagen und vor allem an Sonnabenden. Dazu die eigene Erfahrung, für die man womöglich verbale Prügel einsteckt: Problematisch ist das, mit Ausnahme vom Sonnabend, eigentlich so gut wie nie. Ganz selten nur muss man mal eine zweite Runde drehen, um einen freien Platz zu bekommen.

Die Stadt aber hat ihren Kritikern durch das veränderte Platzangebot auf dem Hammersteinplatz jetzt den Wind aus den Segeln genommen. Denn von dort bis zu den Geschäften in der Innenstadt sind es keine zehn Minuten Fußweg. Und man kann nun wirklich nicht erwarten, vor jeden Laden mit dem Auto vorfahren zu können. Es mutet schon etwas eigenartig an: In anderen Städten werden weite Wege in die Innenstädte klaglos in Kauf genommen, in Uelzen erwarten viele, mit dem Wagen quasi ins Geschäft hineingeleitet zu werden.

Und auch für Pendler ist mit dem Marktcenter-Parkplatz eine absolut akzeptable Lösung gefunden worden – zentrumsnah wie der Hammersteinplatz und kostenlos.

Ob die Uelzener Stadtverwaltung mit der Einführung der „Parkraumbewirtschaftung“ auf dem Hammersteinplatz dann auch tatsächlich mehr Geld einnimmt – denn das war der ursprüngliche Zweck dieser Maßnahme – steht zwar auf einem anderen Blatt. Auf jeden Fall aber müsste man die schier unendliche Parkplatzdiskussion jetzt zu den Akten legen können. Auch wenn in absehbarer Zeit der unbefestigte Parkplatz an der Schuhstraße wegfällt.

Von Thomas Mitzlaff

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