Wiedersehen vor Gericht

Klagt: der kaufmännische Geschäftsführer Henning Weize.

Uelzen - Von Thomas Mitzlaff. Ist der Zug endgültig abgefahren oder kann es noch eine gütliche Einigung geben? Knapp vier Monate nach der fristlosen Entlassung der beiden Metronom-Geschäftsführer Henning Weize und Carsten Hein gibt es am kommenden Donnerstag, 5.

August,um 9.30 Uhr ein Wiedersehen der geschassten Chefs mit dem ehemaligen Arbeitgeber. Weize und Hein klagen gegen ihre außerordentliche Kündigung, die für Handelssachen zuständige Kammer des Landgerichts Lüneburg hat für die Güteverhandlung das persönliche Erscheinen der Betroffenen angeordnet. Zeitgleich mit den Entlassungen der beiden Geschäftsführer Mitte April war der geplante Verkauf des englischen Metronom-Gesellschafters Arriva, zu dem Metronom gehört, an den Konkurrenten Deutsche Bahn AG bekannt geworden.

Seither gibt es Unruhe bei Metronom, der mit 320 Mitarbeitern eines der größten nicht bundeseigenen Eisenbahn-Verkehrsunternehmen im deutschen Personennahverkehr ist.

Weize und Hein hatten das Uelzener Eisenbahnunternehmen seit der Gründung im Jahre 2003 geleitet. Der Metronom hatte in der Folgezeit dem großen Konkurrenten Deutsche Bahn nach und nach die Nahverkehrsstrecken Uelzen-Hamburg-Bremen, Uelzen-Hannover-Göttingen und Hamburg-Cuxhaven „abgeknöpft“. Bundesweit Schlagzeilen machte das Unternehmen, weil es als erstes ein generelles Alkoholkonsumverbot in seinen Zügen aussprach.

Gründe für die überraschende Trennung von den beiden Geschäftsführern hatten die Gesellschafter nicht genannt. In der Folgezeit kündigten gleich mehrere leitende Mitarbeiter, weil sie keine Perspektive mehr für das Unternehmen sahen.

Die Aufgaben der gekündigten Geschäftsführer hat vorläufig Wolfgang Birlin übernommen. Er ist Vorsitzender der Gesellschafterversammlung und Vorstand der Osthannoverschen Eisenbahngesellschaften (OHE), die einer der Metronom-Gesellschafter ist.

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