Mutmaßliche Metalldiebe werden von 17 Anwälten verteidigt

Wieder neun Angeklagte

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Alle neun Angeklagte aus der mutmaßlichen Kupferdiebesbande sitzen wieder gemeinsam im Saal am Landgericht Lüneburg. Die Zahl der Anwälte wurde noch erhöht auf 17 Personen. 

Uelzen. Erst war das Verfahren gegen einen Angeklagten aus einer mutmaßlicher Metalldiebesbande am Lüneburger Landgericht eingestellt worden, während der Prozess gegen acht weitere Männer fortgesetzt wurde.

Nun sind alle formellen Mängel des schleppend begonnenen Strafverfahrens vorerst behoben und der neunte Mann aus der Gruppe sitzt wieder auf der Anklagebank.

Weil die Verteidigerin auf alle Fristen verzichtete, konnte die Staatsanwaltschaft die Anklage erneut der zuständigen Kammer vorlegen, die Verfahren wurden miteinander verbunden und gestern die Anklage verlesen. In und auf mangelhaft gesicherten Materialschuppen, Containern, Lagerhallen, Werkhallen, Bauwagen, Baustellen auf offenen wie umfriedeten Bahnbetriebsgeländen, Großbaustellen und Betriebsstätten sollen die Angeklagten in 27 Fällen Metallgegenstände gestohlen haben. Darunter seien schwergewichtige Kabeltrommeln, Elektrogeräte, Edelstahlerzeugnisse, Kabel, Draht, Werkzeug, Gasflaschen, Tragseile und andere Gegenstände mit einem hohen Anteil an Kupfer oder Messing gewesen. Angelockt von den Absatzmöglichkeiten bei illegal arbeitenden Verwertern und Wiederverkäufern trieb es die – davon ist die Staatsanwaltschaft Lüneburg überzeugt – als Bande organisierten Angeklagten in wechselnder Beteiligung durch den norddeutschen Raum. In Uelzen wurden sie von der Polizei und der Bundespolizei gestellt.

Andere Metalldiebe machen auch vor Regenrinnen und Fallrohren nicht halt, bauen sie von Gebäuden ab oder nehmen sie auf Baustellen mit. Unterdessen waren Ermittler aus Hamburg dieser Gruppe auf der Spur und hatten mehrere tausend Telefonate aufgezeichnet, deren Auswertung nun von den Verteidigern im einzelnen mit ihren Mandanten besprochen werden soll.

Zu diesem Zweck hatte das Landgericht angeordnet, jeweils ein Laptop in den Justizvollzugsanstalten Uelzen und Lüneburg zu installieren, wo jeweils vier der neun Angeklagten in Untersuchungshaft sitzen. Nun können die inzwischen 17 verpflichteten Verteidiger diese Aufnahmen gemeinsam mit ihren Mandanten anhören, um festzustellen, ob die Zuordnungen, die das Landeskriminalamt bei der Auswertung vorgenommen hat, zutreffen. In der kommenden Woche soll der Prozess fortgesetzt werden.

Von Angelika Jansen

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