Unter den Landwirten in der Region wachsen Angst, Wut und Verzweiflung

Wieder Maststall angesteckt

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Sachschaden von mehreren 10 000 Euro: Ermittler bei der Spurensicherung in dem Maststall von Schnega. Die Polizei prüft, ob Serientäter für den Anschlag in Frage kommen.

Uelzen/Schnega. Erneut ist ein Brandanschlag auf eine Hähnchenmastanlage verübt worden, die noch im Bau ist: Betroffen war diesmal ein Bau in Schnega im Landkreis Lüchow-Dannenberg. In der Nacht zu Mittwoch drangen Unbekannte in das Gebäude ein und legten Feuer. Obwohl die Flammen wegen der feuchten Witterung von selbst erloschen, entstand ein Sachschaden von mehreren zehntausend Euro.

„Wir gehen von einer politisch motivierten Tat aus“, erklärte Polizeisprecher Kai Richter. Die Ermittler prüfen einen Zusammenhang mit ähnlichen Bränden in Sprötze im Landkreis Harburg sowie in Alvesse und Mehrum im Kreis Peine. Der umstrittene Hähnchenmaststall für fast 40 000 Tiere war erst im Mai genehmigt worden.

Bei Landwirten im Landkreis Uelzen sorgt die Anschlagsserie für große Unruhe. Denn Schnega liegt nur rund acht Kilometer von Varbitz entfernt. Dort wird eine Mastanlage ebenfalls für fast 40 000 Hähnchen betrieben – eine von vieren im Landkreis Uelzen. Der Kreisverwaltung liegen drei weitere Anträge auf Genehmigung eines solchen Betriebes vor.

„Nachdem es nun wiederholt solche hochkriminellen Akte gegeben hat, muss die Polizei nun endlich mal zu Erkenntnissen kommen“, forderte gestern in einer ersten Reaktion der Vorsitzende des Bauernverbandes Nordostniedersachsen, Thorsten Riggert aus Uelzen. Unter seinen Kollegen wachsen Wut und Verzweiflung, schildert Riggert: „Da werden Grenzen überschritten und wir können uns nicht dagegen wehren.“

Auch Mastanlagen im Landkreis Uelzen sind umstritten: So wehren sich Anwohner betroffener Dörfer mit Bürgerinitiativen. Riggert hält die Befürchtungen, der Kreis könne wie das Emsland mit solchen Ställen überschwemmt werden, „für absolut abwegig“, erklärt er im AZ-Interview.

Von Thomas Mitzlaff

Das AZ-Interview lesen Sie in der Donnerstagsausgabe.

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