Pastorenehepaar Gertrud und Gunther Schendel verlässt die Gemeinde Oldenstadt/Groß Liedern

„Wie eine große Familie“

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Zwölf Jahre lang waren Gertrud und Gunther Schendel Pastoren der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Uelzen-Oldenstadt/Groß Liedern. Im Januar verlassen sie die Gemeinde.

Uelzen-Oldenstadt. Es ist leer geworden im Amtsbüro der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Uelzen-Oldenstadt/Groß Liedern. Ein Schreibtisch, drei Holzstühle, ein Hocker, auf dem die Adventskerzen brannten – viel mehr steht nicht mehr drin.

Der Grund: Das Pastorenehepaar Gertrud und Gunther Schendel wird sich im Januar von der Gemeinde verabschieden.

12 Jahre lang haben sie die Gemeinde betreut, nun wird Gunther Schendel eine ganze Stelle als Referent im Sozialwissenschaftlichen Institut der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) in Hannover übernehmen. Dort war er in den letzten Jahren schon mit einer halben Stelle tätig. Seine Frau wird weiter als Pastorin im Landkreis Uelzen arbeiten – vertreten, wenn in anderen Gemeinden jemand ausfällt. Doch auch, wenn Gunther und Gertrud Schendel weiter in Uelzen wohnen werden, leicht fällt ihnen der Abschied von der Kirchengemeinde nicht. „Es ist schon schwer“, sagt Gertrud Schendel und blickt etwas gedankenverloren. Besondere Gottesdienste, Projekte und Feiern – viele schöne Begegnungen habe es während der vergangenen zwölf Jahre gegeben, erinnert sich Gunther Schendel. Ein Friede, Vertrauen und viel Humor, kommen seiner Frau in den Sinn, wenn sie zurückdenkt. „Wir haben viel gelacht“, stellt sie sichtlich gerührt fest. „Es ist wie eine große Familie.“

Zusammen haben sich die Schendels besonders für die Jugendarbeit in Groß Liedern und Oldenstadt eingesetzt. Beide schwärmen von der guten Kooperation mit der Kindertagesstätte, es gibt zwei Kindergottesdienstgruppen und eine regelmäßig stattfindende Familienkirche.

Was sich die Schendels für ihre Gemeinde künftig wünschen? „Dass alles Gesähte gut aufgeht“, meint Gertrud Schendel. Das Gesähten, damit gemeint sei auch die gewachsene Verbindung zu den Vereinen in Oldenstadt und Groß Liedern, beschreibt sie und ihr Mann resümiert: „Das ist Kirche mittendrin. Das ist für uns einfach ein gutes Ergebnis.“

Apropos: Die Kirche in der Gesellschaft und Kirchenentwicklung – das sind Themen, die Gunther Schendel auch in seiner neuen Stelle am Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD begleiten werden. Eines seiner nächsten Projekte untersucht die öffentliche Wahrnehmung von Pfarrhäusern, ein anderes umfasst eine Umfrage zur Berufszufriedenheit von Pastoren.

Die Schendels jedenfalls wirken sehr zufrieden – wenn auch etwas wehmütig beim Gedanken an den nahenden Abschied. Dieser findet am Sonntag, 12. Januar, um 15 Uhr in einem Gottesdienst in der Klosterkirche Oldenstadt statt.

Von Anna Petersen

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