Der Widerstand macht mobil

Eine von vier Aktionen der Atomkraftgegner vergangenen Donnerstag: In Brokdorf bauten Protestler vor der Hauptzufahrt zum Atomkraftwerk Dreibeine aus Eisenstangen und kletterten auf die sieben Meter hohen Gerüste.

Uelzen - Von Thomas Mitzlaff. Am Donnerstag wird Uelzen fest in der Hand von Demonstranten sein – und Kraftfahrer müssen mit erheblichen Behinderungen rechnen: Denn am Mittag soll ein Anti-Atom-Treck mit Radlern, Konferenzrad, Traktoren sowie Tieflader, der am Tag zuvor in Gorleben gestartet ist, gegen 13 Uhr die östliche Stadtgrenze erreichen. Der weitere Weg führt über Klein Bünstorf und Lüneburg zum Atomkraftwerk Krümmel.

Die Route führt in Uelzen durch die gesamte Innenstadt zunächst zum lokalen Versorgungsunternehmen SVO Energie, einer Tochter der E.ON-Avacon, wo es eine kurze Demonstration geben soll. Der Herzogenplatz gelegen ist dann von 15 bis 16.30 Uhr der zentrale Kundgebungsplatz. Eingebettet ist die Kundgebung in ein buntes Rahmenprogramm von Musik und Infoständen. Redner sind Erika Gade aus Bad Bevensen vom Gomelausschuß des Kirchenkreises Uelzen (Tschernobyl und die Folgen), Kerstin Rudek, Vorsitzende der BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (Gorleben), der DGB-Regionsvorsitzende Nordostniedersachsen Hartwig Erb sowie Frank Heinrich von der lokalen Bürgerinitiative gegen Atomanlagen Uelzen.

Nächste Station wird dann das Camp in Klein Bünstorf bei Bad Bevensen sein. Die VolXküche aus Hannover versorgt alle Teilnehmer mit vegetarischen Leckereien. Die Produkte wurden von lokalen Firmen der ökologischen Landwirtschaft gespendet. Umrahmt wird das Ganze durch zwei Life-Bands. „Die BI Uelzen fordert vom Landkreis Uelzen sowie den Städten und Gemeinden des Landkreises Uelzen ein, unsere, und die der Mehrheit der hiesigen Bevölkerung, massiven Bedenken zu den Brennpunkten AKW Krümmel und dem Atommüllstandort Gorleben zu unterstützen“, sagt BI-Sprecher Bernd Ebeling. Wenig hilfreich seien frühere Aussagen, dass diese Standorte außerhalb der Kreisgrenze liegen, und daher eine kommunale Einflussnahme nicht gegeben sei. „Beispielsweise ist das Atomkraftwerk Krümmel nur in 38 Kilometer Luftlinie von Bad Bevensen entfernt, die Gorlebener Atomanlagen von Bad Bodenteich 52 Kilometer“, betont Ebeling.

Am 23. April startet der Treck dann um 9.30 Uhr von Klein Bünstorf über Bad Bevensen und Bienenbüttel gen Lüneburg. Dort wird von 15 bis 17 Uhr eine große Kundgebung mit Life-Musik und Redebeiträgen auf dem Marktplatz stattfinden.

Ein Tag später, am 24. April und somit zwei Tage vor dem Tschernobyl-Jahrestag, geht es weiter durch die Elbmarsch mit Station in Marschacht, wo eine Bürger-Solaranlage eingeweiht wird.

Von 14.30 bis 15 Uhr steht eine lange Menschenkette von Krümmel durch Hamburg bis zum AKW Brunsbüttel, die Teil eines bundesweiten Aktionstages gegen Atomkraft ist, zu dem man Zehntausende mobilisieren will.

Einen Vorgeschmack auf den Umfang des Protestes hatte es schon vergangenen Freitag gegeben, als es gleich an vier Standorten Protestaktionen gegen den Weiterbetrieb von Atomanlagen gab. Dabei wurden Zäune überklettert, Einfahrten blockiert und Schornsteine erklommen.

Die Aktionen richten sich gegen den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke und die ungelöste Problematik der Lagerung des Atommülls. Zudem rollt im Herbst der nächste Castor-Transport nach Gorleben.

Weitere Informationen zum Aktionstag am Sonnabend gibt es im Internet, http://www.kruemel-treck.de.

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