Großdemo in Uelzen gegen Trassenpläne der Bahn / Bürgerdialog verzögert sich

Y-Trasse: Der Widerstand formiert sich

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Der Unmut über die Bahnpläne ist schon deutlich zu spüren – bei Vinstedt wurden von Bürgern und dem Aktionsbündnis für die Ostheide große Protestkreuze aufgestellt. Protest soll es auch am Donnerstag geben, wenn die Bahn in Uelzen ihre Pläne vorstellt.

Uelzen. Neue Hiobsbotschaft zum Bürgerdialog zu den Varianten der Y-Trasse, mit dem der niedersächsische Verkehrsminister Olaf Lies die Bürger, Verbände und Kommunen beim Entscheidungsprozess zur Hafen-Hinterland-Anbindung mit ins Boot holen will:

Nachdem, wie berichtet, die Frage, wer beteiligt werden soll, zu Diskussionen bei der Uelzener Kreispolitik führte, bestätigte nun das Verkehrsministerium auf AZ-Anfrage, dass sich der Dialog verzögert. Ursprünglich sollten die Gespräche zum 1. Oktober beginnen. Dieser Termin sei nicht zu halten, heißt es aus dem Ministerium in Hannover.

Die Gespräche in einem 80 Köpfe zählenden Arbeitsgremium würden nun Ende des Jahres oder Anfang 2015 starten. Die Bahn suche noch einen externen Moderator. Die Ausschreibung dafür laufe noch bis Anfang November. „Außerdem hat der Bund für den Bürgerdialog noch die Verkehrsprognosen für die einzelnen Varianten vorzulegen“, so das Ministerium. Zur umstrittenen Y-Trasse gibt es sechs Varianten – der Bau einer Neubautrasse zwischen Ashausen und Suderburg oder Unterlüß sowie der Ausbau der Bestandsstrecke von Celle über Uelzen nach Lüneburg würden Einwohner des Landkreises besonders berühren.

Das Ziel, den Bürgerdialog im kommenden Jahr abzuschließen, damit eine Vorzugsvariante benannt werden kann, sieht das Verkehrsministerium durch die Verzögerungen als „nicht gefährdet“ an.

Während Bahn, Bund und Land auf den Bürgerdialog bauen, formiert sich unter den Betroffenen weiter Widerstand. Für die Region der östlichen Heide gründete sich das „Aktionsbündnis für die Ostheide“, für den Raum Lüneburg und Winsen nun auch das „Bürgerbündnis Nordheide gegen Eisenbahntrassen“. Die Bürgerinitiativen wollen die Pläne zur besseren Hafen-Hinterlandanbindung nicht unwidersprochen hinnehmen. Das soll auch am Donnerstag, wenn die Bahn mit den Bürgern in der Stadthalle über die Varianten sprechen will, deutlich werden. Eine Demonstration hatte das Aktionsbündnis für die Ostheide für den Tag bereits angekündigt. Nun ruft es Bürger auf, an diesem Tag ihren Unmut über die Pläne deutlich kundzutun. „Kommt mit Plakaten, Trillerpfeifen, Sirenen und anderen wohlklingenden Instrumenten nach Uelzen vor die Stadthalle, wo die Kommunikationspolitik der DB wohl zum ersten Mal auf eine harte Bewährungsprobe gestellt wird, weil sie bisher die betroffenen Menschen in ihr Konzept nicht einbezogen hat“, so das Aktionsbündnis in einem Rundschreiben.

Von Norman Reuter

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