Widerspruch gegen Krematorium

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Gegen die Errichtung eines Kleintierkrematoriums in Emern haben nun fünf Anwohner Widerspruch beim Landkreis Uelzen eingelegt.

Emern. Im Gegensatz zu Tierbeseitigungsanlagen fallen Tierkrematorien nicht unter das Bundesimmissionsschutzgesetz. „Sie sind nicht genehmigungsbedürftig“, erklärt der stellvertretende Leiter des Bauamtes des Landkreises Uelzen, Marcus Wittling. In Leserbriefen der AZ und auch beim Diskussionsabend der Bürgerinitiative (BI) „Lebendiges Emern“ wurde die Frage laut, warum denn eine Genehmigung auf Grundlage der Niedersächsischen Bauordnung erteilt wurde und nicht nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz. Von Jörn Nolting

Geprüft wurde die Anlage deshalb beim Landkreis anhand der vorgelegten Pläne der Betreiber. „Wir haben dann Kontakt mit der Gewerbeaufsicht in Lüneburg aufgenommen“, schildert Marcus Wittling. Dort fiel die Entscheidung, dass die Genehmigung nach normaler Bauordnung erteilt werden könne.

Genau gegen diese Entscheidung legten die fünf Emerner nun Widerspruch beim Landkreis ein. „Es ist durchaus anders auslegbar, was die Gewerbeaufsicht entschieden hat“, so die Meinung von Werner Fricke, dem stellvertretenen Sprecher der BI. Mit Hilfe eines Anwalts haben fünf Anwohner des geplanten Kleintierkrematoriums nun Widerspruch beim Landkreis eingelegt. „Die Punkte werden von uns geprüft, ob sie begründet sind oder nicht“, erklärt Marcus Wittling. Beantragt wurde zunächst ein Aufschieben des Projektes. „Unser Argument lautet: Das Kleintierkrematorium gehört nicht nach Emern“, bekräftigt Werner Fricke, der im Namen der BI ein Gespräch mit dem Landrat Theodor Elster organisieren will.

Die Gemeinde Wieren hat im Vorfeld des Bauantrags eine Stellungnahme abgegeben. „Das Grundstück liegt so, das baurechtlich alles zulässig ist“, erläutert Gemeindedirektor Harald Benecke. Außerdem habe der Landkreis von planungsrechtlicher Seite her keine Einwände gehabt. Im Gegensatz dazu: Bei einer Biogasanlage, die außerhalb des Ortes gebaut wird, muss die Gemeinde über planungsrechtliche Schritte abstimmen. Die Betreiber des geplanten Kleintierkrematoriums wollen sich zu den Vorgängen derzeit nicht weiter äußern. „Es ist ein offenes Verfahren“, sagt Joachim Oehlmann, der nun das Ergebnis des Widerspruchs abwartet.

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