Weitergabe von WhatsApp-Inhalten: Nutzer können sich wehren – ein wenig

WhatsApp: So widerspricht man der Datenweitergabe

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Der Weitergabe persönlicher Daten von WhatsApp an Facebook kann man widersprechen.

Uelzen. Das von uns produzierte kurze Video im Netz auf az-online. de, wie sich Nutzer von WhatsApp gegen die Weitergabe ihrer Daten an Facebook wehren können, wurde innerhalb kurzer Zeit mehr als 4000-mal aufgerufen.

Facebook, das größte soziale Netzwerk und Mutter-Unternehmen von WhatsApp, hatte darüber informiert, Daten von seinem Kurznachrichtendienst WhatsApp zu benutzen, um „Facebook-Werbung und Produkterlebnisse“ zu verbessern (AZ berichtete). Bislang beteuerte Facebook stets, dass es nicht zu einer Zusammenlegung und Nutzung der Daten käme.

Der Vorgang ist daher umstritten. Noch haben Nutzer aber die Möglichkeit, der Weitergabe ihrer Daten zu widersprechen.

Grundsätzlich sollte sich jedoch jeder im Klaren sein, dass Facebook trotz eines Widerspruchs die Daten erhalten wird, nur diese dann – dem eigenen Bekunden nach – nicht für personalisierte Werbung benutzen wird.

Wer die Dienste großer Internet-Unternehmen wie Facebook, WhatsApp oder Google nutzt, um nur einige zu nennen, der muss damit rechnen, dass seine Daten für Werbezwecke verwendet werden. Das ist unbefriedigend, aber es ist Fakt. Wer das nicht möchte, der muss gänzlich auf Dienste wie WhatsApp verzichten. Für viele leichter gesagt als getan, ist WhatsApp doch praktisch. Eine Milliarde Menschen weltweit nutzen den Dienst.

Um Facebook bei personalisierter Werbung wenigstens ein bisschen in die Schranken zu weisen, können Nutzer wie folgt vorgehen: Erhält man nach dem Start von WhatsApp einen Info-Text mit den geänderten Nutzungbedingungen, erscheint dort ein auffälliger „Zustimmen“-Button. Um jetzt zu widersprechen: Den „Lies mehr“-Text am unteren Ende des Displays antippen, und das Häkchen bei der Zustimmung zum Teilen der Daten entfernen. Nutzer des iPhones müssen dazu den zunächst grün selektierten Schalter antippen. Fertig!

Wer WhatsApp versehentlich bereits die Zustimmung für die Datenweitergabe erteilt hat, kann dies rückgängig machen. Dazu in den Einstellungen auf „Account“ wechseln und, je nachdem ob Android- oder iPhone-Nutzer, das Häkchen entfernen beziehungsweise den virtuellen Schalter umlegen bei „Meine Account Info teilen“. Wichtig zu wissen: Sobald eine Zustimmung erfolgte, sind nur 30 Tage Zeit um dieser zu widersprechen.

Fazit: Die Internet-Giganten wollen unsere Daten. Das ist nicht schön, aber, um es abzukürzen: Es ist einfach so. Im aktuellen Fall können wir der Weitergabe unserer Daten von WhatsApp an Facebook widersprechen. Wie, das zeigt auch unser Video. WhatsApp erklärt jedoch, dass Facebook auch bei einem Widerspruch Daten erhält. Dann jedoch offenbar ohne diese für personalisierte Werbung zu benutzen. Stattdessen, um diese für „andere Zwecke“ zu verwenden. Der eigenen Aussage von Facebook nach zur „Verbesserung von Infrastruktur und Bekämpfung von Spam und Missbrauch“. Alternativen? Die gibt es in diesem Fall leider nicht wirklich. Wir müssen auch davon ausgehen, dass Facebook in Puncto umstrittener Ideen rund um den Datenschutz noch einiges im Köcher hat.

Von Michael Koch

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