Bestattungsstätte im Stadtwald kann für kleine Friedhöfe zum Problem werden

Wettbewerb um Urnengräber

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Auf dem alten Teil des Uelzener Friedhofs besteht die Möglichkeit von Bestattungen unter Bäumen. Jetzt soll es eine Konkurrenzfläche im Stadtwald geben.

Uelzen. „Es gibt wohl wenige Bereiche unseres Lebens, in denen es in den letzten 30 Jahren so viele Veränderungen gegeben hat wie im Bereich der Friedhofskultur."

Das schreibt Propst Jörg Hagen im neuen Friedhofsratgeber, den die AZ herausgibt und der in diesen Tagen in verschiedenen Verwaltungen im Kreis Uelzen ausliegt.

Die Bestattungsmöglichkeiten seien vielfältig geworden, stellt Uelzens Kirchenoberhaupt weiter fest. Und die Stadt Uelzen forciert Entwicklung weiter: So soll es künftig im Stadtwald einen Waldfriedhof für Urnenbestattungen geben (AZ berichtete).

Und diese Entscheidung ist durchaus umstritten. So sieht Andreas Sterneck, Verwalter des Uelzener Friedhofs, in der Möglichkeit von Baumbestattungen im Stadtwald eine Konkurrenz zum städtischen Friedhof, die nicht nötig wäre: „Das kann gerade kleinere Friedhöfe vor Probleme stellen“, prognostiziert er. Denn die zunehmende Konkurrenz geht auch zu Lasten der bestehenden Friedhöfe, so Sterneck.

Er verweist vor diesem Hintergrund darauf, dass auch auf einem alten Friedhofsbereich an der Lindenstraße Naturbestattungen möglich seien. „Im Unterschied zu Waldbestattungen werden dort die Wege auch im Winter in der Regel begehbar gehalten, bei uns dürfen Angehörige einen Gedenkstein und Blumen ablegen und es kann in der Kapelle eine Trauerfeier abgehalten werden“, sagt der Friedhofsverwalter.

Von Thomas Mitzlaff

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