Mensch 2011: Hans-Joachim Bernau und sein Team beim Krankenhausfunk

Wertvoll für die Patienten

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Seit 46 Jahren organisiert Hans-Joachim Bernau (links) den Krankenhausrundfunk.

Uelzen. „Liebe Patientinnen, liebe Patienten“, begrüßt das Team des Krankenhausrundfunks seine Hörer Woche für Woche. „Schon seit fast 46 Jahren“, betont Hans-Joachim Bernau, der von Anfang an dabei ist.

Für dieses Engagement hat die zum „Mensch 2010“ gekürte Leiterin des Uelzener Kinderschutzbundes, Christina Deuter, das Team zur Wahl „Mensch 2011“ der AZ und der Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg vorgeschlagen.

„Warum nicht auch in Uelzen“, dachte sich „Bernie“, wie er von allen genannt wird, vor fast 50 Jahren, als er in Wolfsburg zum ersten Mal Krankenhaus-Rundfunk hörte. Das „tönende Wolfsburg“ gibt es schon lange nicht mehr, aber in Uelzen feierte der Krankenhausfunk im vergangenen Sommer seinen 45. Geburtstag. Inzwischen gibt es mehr als 100 Krankenhausfunk-Stationen im Bundesgebiet – Uelzen ist inzwischen der älteste existierende. Darauf ist das Team um Hans-Joachim Bernau sehr stolz.

Für die Mitglieder beginnt jeden Dienstagabend um sieben die „Krankenhaus-Showtime“. Dann treffen sich Karsten Suhrmüller und seine Mutter Margarete Suhrmüller aus Wichmannsburg, Ursula Pehl aus Ebstorf, Edeltraud Förstel aus Uelzen, Michael Brandt und Hans-Joachim Bernau im Senderaum des Klinikums. „Im alten Klinikum sendeten wir mit einem Studio auf Rollen, das wir rechtzeitig zum Sendebeginn in die Kantine schoben“, erzählt Brandt aus alten Zeiten. Ihm und seinen Mitstreitern, die alle schon einige Jahre mit Herz und Stimme dabei sind, wird jede Woche bewusst, dass ohne Bernaus engagierten Einsatz der Krankenhausfunk nicht so lange und kontinuierlich existieren könnte.

Bernau sorgt seit Jahrzehnten für Unterstützung von außerhalb des Klinikums. „Wir haben den Konsens, mit einfachen Mitteln möglichst viel Gutes zu erreichen“, berichtet er, „ein Credo, das unser Angebot an die Patienten charakterisiert.“ Ohne professionelle Ambitionen, weder im technischen noch im sozialtherapeutischen Bereich, leistet das Team die Aufgabe – freiwillig und selbstverständlich von Herzen.

Doch gerade das macht diesen Dienst an den kranken Menschen, nicht selten vergessen von der Außenwelt, wo der Alltag im üblichen Tempo weitergeht, so wertvoll. Viele Unterstützer überzeugte Bernau im Laufe der Jahrzehnte: Schüler setzten sich, begeistert von der Technik – vor vierzig Jahren noch High-Tech – am Dienstagabend ans Mikrofon, um den Kranken die Zeit zu verkürzen. Viele tolle Ideen wurden eingebracht, diskutiert, ausprobiert, wieder verworfen. „Unser Programm soll spontan bleiben“, betont Bernau die Authentizität, „die Nähe zum Patienten schafft.“ Wenn sie zur Ausbildung Uelzen verließen, wusste Bernau manchmal nicht, wie der Funk weiterlaufen sollte. Der ausgebildete Sozialpädagoge, der sich immer schon beruflich wie auch ehrenamtlich für die Schwächeren in der Gesellschaft einsetzte, schaffte es immer wieder mit seinem einfühlsamen, aber auch verbindlichen Wesen, engagierte Leute an den Tisch zu bekommen. Ihm sei es zu verdanken, dass das Team geblieben ist, was es ist, „Radio, das gesund macht“, meinen nicht nur Mitstreiter und Patienten, sondern auch viele Menschen, die das Radio „von draußen“ unterstützen.

Von Angelika Jansen

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