„Schoolclash“ in Uelzen: Abiturienten feiern erstmals gemeinsam – mit DJ’s aus Berlin und Hamburg

Wenn LeG und HEG zusammentreffen...

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Vorteil der gemeinsamen Feier: Die Abiturienten und die Jabelmannhalle können die „Dummen Jungs“ engagieren.

Uelzen. Das Lessing-Gymnasium (LeG) und das Herzog-Ernst-Gymnasium (HEG) stehen sich so nahe wie Oxford und Cambridge, heißt es. Diese schon traditionelle Kluft zwischen den Schulen überwinden in diesem Jahr die Uelzener Abiturienten.

Erstmals feiern sie ihre bestandenen Prüfungen mit einer gemeinsamen finalen Abiparty, morgen ab 21 Uhr ist es soweit. Das bringt auch das Motto dieser Feier zum Ausdruck: „LeG & HEG Schoolclash“ nennen sie das Programm.

Die Kooperation hat einen besonderen Hintergrund: Seit das Abitur nach dem zwölften Schuljahr eingeführt wurde, fehlt den Abiturienten auf ihren Parties ein ganzer Jahrgang – „400 bis 500 Leute“, sagen Michael Liedtke und Tim Rusche vom LeG sowie Helge Neidhardt und Constantin Wendt vom HEG aus dem Organisationskomitee. Die sogenannten Vorfreude-Parties in den vergangenen Monaten haben das bewiesen, stellt das Quartett fest. „Die Besucherzahlen sind immer weniger geworden“, erklärt Helge Neidhardt, „und es wurde viel kritisiert, unter anderem die Musik.“ Gemeinsam haben sie besprochen, ob sie etwas Neues ausprobieren wollen und die Schulen zusammenführen, berichten die Abiturienten. Das habe praktische Vorteile: Sie können in einem größeren Saal feiern, der Jabelmannhalle, und haben bekannte DJ’s aus Berlin und Hamburg engagiert. So soll es dieses Mal andere Musik als Charts und Mainstream-Stücke geben, und sie hoffen, zum Beispiel auch wieder diejenigen zu erreichen, die ihr Abitur schon länger in der Tasche haben. „Wir wollen nicht nur Leute aus der zehnten Klasse anlocken, sondern auch einige Erwachsene mehr“, erklären die Vier.

Mit der Einführung des achtjährigen Gymnasiums sind die Schüler der Oberstufe größtenteils jüngeren Alters. Damit auch die unter 18-Jährigen mitfeiern können, bevor sie selbst ihre Abitur-Veranstaltungen organisieren, hat das Quartett für diese zum ersten Mal ein neues Konzept eingeführt: Wer noch nicht volljährig ist, darf trotzdem bis zum Morgengrauen in der Jabelmannhalle bleiben – wenn er sich einen Disco-Paten organisiert. Das Patenamt kann jeder über 18-Jährige übernehmen, dafür werden von den Abiturienten Patenscheine herausgegeben. Auf der Feier selbst gibt es dann für Volljährige, für Minderjährige mit und ohne Disco-Paten farblich unterschiedliche Armbänder.

Musik auflegen werden morgen Abend ein Uelzener DJ, „Sherlock Dope“, und als Höhepunkte die „Dummen Jungs“ aus Berlin und „Gorillas on Drums“ aus Hamburg. Tim Rusche hat die „Dummen Jungs“ auf dem Hurricane Festival 2012 erlebt. Das Berliner Techno-Duo, David Bwooi und Senior Carlos, wird eine Woche nach der Abiparty auch in Paris spielen, im Juli in Schwarzlsee in der österreichischen Steiermark und beim Deichbrand-Festival in Cuxhaven.

Dass LeG und HEG zusammen Abitur feiern, heißt nicht unbedingt, dass die jungen Frauen und Männer beider Schulen sich schon gut kennen – Abifahrten und Abiball feiern sie unabhängig voneinander. Aber die Kooperation funktioniert, sagen die jungen Männer zufrieden: „Womöglich wird sich das für die nächsten Jahrgänge fortsetzen“, vermuten sie.

Fotos von der Abiparty sind am Wochenende online zu finden unter www.az-online.de

Von Diane Baatani

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