Kampf gegen den Nierenkrebs: Uelzener Erkrankte bauen sich in einer Selbsthilfegruppe gegenseitig auf

„Wenn ich richtig mies drauf bin, rufe ich Jürgen an“

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Zita (von links) und Rudi besuchen regelmäßig die Nierenkrebs-Selbsthilfegruppe in Uelzen. Jürgen Kreutzmann hat die Gruppe gegründet.

nk Uelzen. „Ich bin froh, dass es die Gruppe gibt, denn wenn ich richtig mies drauf bin, rufe ich Jürgen an. “ Zita kommt regelmäßig zum Austausch in die Nierenkrebs-Selbsthilfegruppe für die Region Lüneburg/Celle/Uelzen.

Im Jahr 2008 erhielt sie, als sie nach schlimmen Blutungen ins Krankenhaus Lüneburg eingewiesen wurde, die niederschmetternde Nachricht, dass sie Krebs an der rechten Niere hat.

Jürgen Kreutzmann, der selbst an Nierenkrebs erkrankt ist, hat im Mai 2012 die Gruppe unter dem Dach „Das Lebenshaus“, eine bundesweit gemeinnützige Organisation, gegründet. Inzwischen nehmen 15 Betroffene regelmäßig an den Treffen an jedem dritten Dienstag im Monat teil. „Hier brauchen wir uns nicht zu verstellen, wir haben alle das gleiche“, ist der einhellige Tenor aller Erkrankten. Sie stützen sich gegenseitig und sprechen nicht nur über Krankheiten. Sie unternehmen auch zusammen etwas.

Das Lob, das er als Gruppenleiter erfährt, baue ihn auf, sagt Kreutzmann, denn oftmals gehe es auch ihm nicht gut. Dennoch versichert er allen in der Gruppe: „Eure Sorgen sind auch meine Sorgen.“ Er nimmt vielen die Angst, insbesondere denen, die allein sind und damit nicht fertig werden. „Es gibt Tage, da liege ich auf dem Sofa und kann nichts machen, bin in einem tiefen Loch“, sagt eine Betroffene. Dann rufe sie Kreutzmann an, der sie immer wieder aufmuntert und ihr Mut macht. Es komme auch vor, dass der Gruppenleiter Mitglieder der Gruppe zu Hause aufsuche, wenn sie Schwierigkeiten hätten.

Eher zufällig erhielt der 63-jährige Holger aus dem Lüneburger Raum die Diagnose Krebs in der Niere. Er hatte immer Bauchweh und ist zu seinem Hausarzt gegangen. Ergebnis nach einer Darmspiegelung und Ultraschall waren drei Wochen Krankenhausaufenthalt, bei dem Teile der Niere weggenommen wurden. „Ich habe keine Einschränkungen, nur darf ich nicht dicker werden, damit die Narben nicht spannen“, berichtet er. Über einen Hinweis in der Zeitung ist er zu der Gruppe gekommen. Er nimmt seine Krankheit an. „Aufregen tue ich mich nur über Sachen, die ich ändern kann“, wirft er im Gespräch vergnügt in die Runde.

Und Rudi, dem es nicht so gut geht, ist bei den Treffen dennoch immer positiv gestimmt. Er nimmt es gelassen und freut sich, dass er einige Tabletten absetzen kann, sagt er. Therapiemöglichkeiten und Tricks im Umgang mit Nebenwirkungen sowie auf dem Weg durch das Sozialsystem erfahren die Teilnehmer. Das nächste Treffen der Selbsthilfe-Gruppe ist am Dienstag, 17. März, um 17.30 Uhr in der Senioren Residenz in Uelzen. Eine Anmeldung ist grundsätzlich nicht nötig, wäre aber aus organisatorischen Gründen hilfreich, sagt Gruppenleiter Kreutzmann. Er ist mobil unter 0151-56384245 oder per E-Mail nierenkrebs.uelzen@lebenshausgruppen.org zu erreichen.

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