Immer mehr Menschen schlafen zu wenig / Uelzener Neurologin sagt, das schade dem Gedächtnis

Wenn die Nacht zum Albtraum wird

Uelzen. „Volkskrankheit Schlafstörungen – Wege zum gesunden Schlaf. “ Der Titel des Vortrags, den Dr. med. Schulamith Krüger, Oberärztin der Neurologie, am Mittwoch, 29. April, um 19 Uhr im Klinikum Uelzen halten wird, steht für sich.

Studien zufolge soll bereits jeder dritte Deutsche Probleme mit dem Schlafen haben. Im Interview mit AZ-Volontärin Anna Petersen verrät die Expertin, woran das liegt.

AZ: Wie viele Schlaf braucht der Mensch, um von sich behaupten zu können, ausgeschlafen zu sein?

Dr. med. Schulamith Krüger: Die Schlafdauer, nach der sich jemand erholt und frisch fühlt, unterscheidet sich bei den Menschen und ist zum Teil auch genetisch veranlagt. In der Regel liegt sie zwischen fünf und neun Stunden, wobei der durchschnittliche Deutsche zirka sieben und eine viertel Stunde lang schläft. Die Dauer ist aber im Grunde weniger entscheidend. Wichtiger ist das Durchlaufen der verschiedenen Schlafstadien und ganz besonders der Anteil, den der Mensch im Tiefschlaf verbringt.

Fünf bis neun Stunden – das schafft nicht jeder. Immer mehr Menschen leiden an Ein- und Durchschlafstörungen. Woran liegt das?

Unser moderner Lebenswandel bringt etliche Faktoren mit sich, die Schlafstörungen begünstigen: Schichtarbeit spielt da eine große Rolle, lange Arbeitswege, zu wenig natürliches Licht am Tag und zu viel Blaulicht am Abend. Dazu kommt der steigende Anteil an älteren Menschen in der Bevölkerung, bei denen aufgrund körperlicher Erkrankungen oder einer Demenz vermehrt Schlafstörungen auftreten. Manchmal mangelt es im Alter auch an sozialen Zeitgebern.

Welche Auswirkungen hat andauernder Schlafmangel auf die Gesundheit? 

Dazu gibt es viele Studien. Es konnte zum Beispiel nachgewiesen werden, dass sich bei dauerhaftem Schlafmangel der Hippocampus, der auch für Gedächtnisfunktionen zuständig ist, verkleinert. Es kann also zu strukturellen Hirnveränderungen kommen. Patienten mit Schlafstörungen leiden zudem etwa viermal häufiger unter Depressionen. Schmerzsymptome werden verstärkt, das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle steigt, das Immunsystem wird gestört, die Wundheilung verläuft nicht mehr so gut. Und nicht zu unterschätzen sind die sozialen Folgen – dazu zählen auch Unfälle durch Sekundenschlaf.

Was sagen Träume über den Menschen aus? 

Es gibt unterschiedliche Arten von Träumen. [...]

Von Anna Petersen

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