Bremer Expertin fordert stärkere Rechte für Heranwachsende / Vortrag in Uelzen am 25. November

Wenn Kinder schutzlos sind

Uelzen. Dr. Barbara Schwarz hat Väter erlebt, die Frau und Kinder schlagen. Und sie kennt Kinder, für die Gewalterfahrungen zum Alltag gehören.

Um die Rechte Heranwachsender zu stärken, fordert die Erziehungswissenschaftlerin und Volljuristin, dass Kinder und Jugendliche ein Antragsrecht erhalten, um in familiengerichtlichen Verfahren den Umgang mit Elternteilen ablehnen zu können. Sie sollten selbst beantragen können, ob sie den Kontakt wollen oder nicht, fordert die Bremer Expertin.

Am Dienstag, 25. November, spricht sie im Uelzener Rathaus anlässlich der Ausstellungseröffnung zum Aktionstag „Standpunkte gegen Gewalt an Mädchen und Frauen“. Im AZ-Gespräch erklärt Schwarz im Vorfeld, wie Kinder Gewalterfahrungen verarbeiten und Zeugen richtig reagieren.

AZ: Frau Schwarz, wie kann man als Außenstehender erkennen, ob ein Kind häusliche Gewalt erfährt?

Barbara Schwarz: Auf der Straße erkennen Sie das nicht, aber in vielen sozialen Bezügen: Solche Kinder sind oft unkonzentriert, oder es heißt plötzlich, das Kind habe eine Lernbehinderung – wobei sich später herausstellt, dass es doch sehr gut lernen kann. Häufig wird auch die Mode-Diagnose ADHS gestellt, weil die Kinder unruhig sind und zappeln, da sie nicht in Ruhe und den Bedürfnissen entsprechend aufwachsen.

Wie handeln Zeugen von Gewalteinwirkungen an Kindern richtig? 

Wenn sie den Mut haben, sollten sie persönlich eingreifen. Und man hat jederzeit die Möglichkeit, sich ans Jugendamt zu wenden. Oder was ich noch besser finde: Mit dem Opfer sprechen. Es gibt in jeder Stadt die BISS-Beratungsstellen, die Frauen in solchen Situationen weiterhelfen. Ich sehe, das Hauptgewaltproblem geht von den Männern aus.

Woran liegt das?

Daran, dass wir noch immer eine unheimlich patriarchalische Gesellschaft haben. [...]

Von Anna Petersen

Das ganze Interview lesen Sie am Donnerstag im E-Paper und in der gedruckten AZ.

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