Caritas erläutert Schülern die Konsequenzen hoher Verschuldung

Wenn Handys zu teuer sind

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Handykosten begleichen und dafür andere Rechnungen nicht bezahlen? Schuldnerberaterin Astrid Jansen-Kuhnke erklärt, dass das zu Pfändungen führen kann.

dib Uelzen. „Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann ‘ne Gedichtanalyse schreiben. In vier Sprachen."

Dieser Twitter-Beitrag der 17-jährigen Naina aus Köln, die damit sogar Bundesbildungsministerin Johanna Wanka erreicht und dann wegen der Kritik von anderen ihren Twitter-Account stillgelegt hat, hat auch die Schuldnerberatung der Caritas berührt. Das Team will erneut an Schulen herantreten, berichtet Mitarbeiterin Astrid Jansen-Kuhnke.

Die Caritas bietet Schulen im Landkreis Unterrichtseinheiten an, bei denen Jugendliche sich mit Themen wie Miete und Stromkosten auseinandersetzen. Erreichen will Jansen-Kuhnke auch schon Kindergartenkinder, Grundschüler, Fünft- und Siebtklässler. „Besonders wichtig ist es für die Abschlussklassen, die zehnten oder auch zwölften Jahrgänge“, weiß sie. 50 Präventionsveranstaltungen führten sie im vergangenen Jahr durch, und rund 200 Schuldnerberatungen.

Wenn die Jugendlichen ihre Rechnungen nicht bezahlen, seien ihnen die Konsequenzen oftmals nicht bewusst. Ein Beispiel sei eine junge Frau, die ihre Stromabschläge nicht gezahlt hatte und deren Strom abgeklemmt werden sollte. Viele würden, wenn sie in ihre erste eigene Wohnung ziehen, vergessen, den Strom anzumelden und dann später hohe Abschläge nachzahlen müssen.

Wenn Jansen-Kuhnke nachfragt, wo die Schüler Einsparmöglichkeiten im Alltag sehen, dann kommen auch mal unrealistische Reaktionen: So zahle eine Jugendliche die Nebenkosten für ihre Wohnung nicht, damit sie die Handyrechnungen begleichen könne. „Ich lege die Konsequenzen offen, zähle auf, was anderen passiert ist. Und erkläre, dass sie aus der Wohnung fliegen können und informiere auch über Lohnpfändungen.“

Von Diane Baatani

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