186 Menschen leben in Bodenteicher Unterkunft / DRK hält an Personalbestand fest

Zahl im Kreis Uelzen stark gesunken: Wenn die Flüchtlinge rar werden

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In der Notunterkunft des Landes in Bad Bodenteich wurde auch ein Kindergarten aufgebaut. Erzieherin Carlotta Marletta betreut dort Flüchtlingskinder. Mit der sinkenden Zahl auch von Kindern bleibt nun mehr Zeit für einzelne Jungen und Mädchen.

Uelzen/Landkreis. Gut zwei Dutzend Flüchtlinge sind es noch am Tag, die die deutsche Grenze bei Passau überqueren. Im vergangenen Herbst waren es Hunderte. In zwischenzeitlich geschaffenen Aufnahmezentren sinkt so die Zahl der Bewohner.

In Bad Bodenteich wurde vom Land Niedersachsen auf dem Gelände der früheren Bundesgrenzschutz-Kaserne eine Notunterkunft des Landes aufgebaut. 1000 Flüchtlinge sollten in den Gebäuden unterkommen. 186 Männer, Frauen und Kinder wurden zu Beginn der Woche gezählt. Zuletzt war eine Belegung mit 256 Flüchtlingen gemeldet worden.

Der Uelzener Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes ist mit dem Betrieb der Notunterkunft betraut worden. Heinz Meierhoff, Geschäftsführer des DRK-Verbandes: „Die Situation bringt uns nicht in Unruhe.“ Am Personalbestand werde festgehalten, um auch auf mögliche neue Entwicklungen bei der Flüchtlingskrise reagieren zu können. Nach wie vor sind Menschen auf der Flucht. Tausende harren im griechischen Idomeni aus. An der mazedonischen Grenze werden Flüchtlinge mit Tränengas an einem Grenzübertritt gehindert.

Auf möglicherweise neue Zuwächse bei den Flüchtlingszahlen stellt auch das niedersächsische Innenministerium ab, das das Areal in Bodenteich von einem Unternehmer aus dem Landkreis anmietete, die Unterkunft aufbaute und zuletzt ankündigte, alsbald Bodenteich in eine Aufnahme-Einrichtung der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen umwandeln zu wollen. 14 feste Mitarbeiter würden dann in Bodenteich eingesetzt. Diese sollen dort unter anderem die Asylanträge der Flüchtlinge bearbeiten, ihnen ihr Taschengeld auszahlen und die Verteilung der Menschen auf die Kommunen organisieren. Das vergangene Jahr habe gezeigt, welche Herausforderungen anstehen können, wenn die Zugangszahl rasant ansteige, so Ministeriumssprecherin Svenja Mischel. „Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf die Außengrenzen der Europäischen Union ist es derzeit noch nicht geboten, die Kapazitäten erheblich herunterzufahren.“

In Niedersachsen sind für die weitere Unterbringung die Kommunen zuständig. Es gibt wenige Ausnahmen. Uelzen zählt zu ihnen, sodass der Landkreis diese Aufgabe inne hat. Er erwarb zum Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Spätherbst, als auch in Uelzener Turnhallen Flüchtlinge untergebracht werden mussten, den Intermarché-Markt in den Kurze Bülten in Bad Bevensen als mögliche Gemeinschaftsunterkunft. Im Dezember hatten Unbekannte einen Brandschlag auf die Einrichtung verübt, zudem wurden Wasserhähne aufgedreht, nachdem Abflüsse verstopft worden waren (AZ berichtete). Wie Landkreis-Sprecher Martin Theine gestern auf Anfrage berichtete, gebe es angesichts der zurzeit bestehenden Flüchtlingszahlen keine Überlegungen zu einer Nutzung des Gebäudes. Bislang habe es auch noch keine Sanierung nach dem Brandanschlag gegeben – „eine Option ist es, diese Sanierung auch nicht mehr anzuschieben“, so Martin Theine. Mit Hinweis auf Vertraulichkeit machte der Kreissprecher keine Angaben zu der Summe, die der Landkreis für den Kauf des Gebäudes ausgab.

Von Norman Reuter

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