Erfolgreiche Alkoholprävention: Zahl der Notaufnahmen geht zurück

Weniger Komasäufer

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Uelzen. Die Suchtberatungsstelle des Diakonieverbandes Nordostniedersachsen zieht eine positive Bilanz zum Präventionsprojekt „Hart am Limit“ (HaLT).

Dass in diesem Jahr weniger Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung ins Klinikum eingeliefert wurden, führt Raphael Schweimer-Schmidt darauf zurück, dass die Präventionsarbeit der Suchtberatung bei den meisten Achtklässlern erste Erfolge zeige.

13 Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren wurden in den ersten drei Quartalen dieses Jahres wegen einer Alkoholvergiftung im Klinikum Uelzen behandelt. Werden die Älteren bis zum Alter von 21 Jahren hinzugerechnet, liegt die Zahl bei 18 Einweisungen zwischen Januar und September, berichtet Schweimer-Schmidt. Landesweit sei in Orten, in denen Schüler mit HaLT-Workshops für die Risiken von übermäßigem Alkoholkonsum sensibilisiert werden, die Zahl der Einweisungen in Krankenhäuser zurückgegangen.

Im Vergleich dazu sah die Entwicklung in den Vorjahren anders aus: Landesweit waren es beispielsweise im Jahr 2011 insgesamt 2581 Kinder und Jugendliche, im Jahr 2012 wurden 2788 registriert. In Uelzen seien es in den vergangenen Jahren stets etwa 60 Fälle pro Jahr gewesen, so Schweimer-Schmidt. Der Jüngste, den das Klinikum vor wenigen Jahren stark betrunken aufnahm, war zwölf Jahre alt.

An allen achten Klassen im Lessing- und im Herzog-Ernst-Gymnasium veranstaltet Schweimer-Schmidt sogenannte Tom- und Lisa-Workshops, bei denen die Schüler auf die Gefahren von Alkohol aufmerksam gemacht werden. Bei einem Gesundheitstag in diesem Jahr an der KGS Bad Bevensen richtete er ebenfalls ein Seminar für den achten Jahrgang aus, zu dem ein Präventionsvortrag und unter anderem ein Kickerturnier mit Rauschbrillen gehörte. Auch an der Oberschule Suderburg ist er aktiv. Gemeinsam mit seiner Kollegin Anja Schmidt-Huth, die die Gespräche mit Eltern und Kindern, die wegen Alkoholvergiftung im Klinikum behandelt werden, übernimmt, sei es nicht zu leisten, in allen achten Klassen im Landkreis diese Präventionsmaßnahmen auszuüben, erklärt er. Der Landkreis gewährt für das nächste Jahr wieder die Finanzierung des Projekts. Schweimer-Schmidt wünscht sich allerdings eine mittel- bis langfristige Planung, damit er das Projekt noch ausbauen kann. Eine Verstärkung hat er voraussichtlich demnächst: Nach einem Kursus an der Ostfalia-Hochschule in Suderburg zeigt ein Student Interesse daran, sich ebenfalls für die Ausrichtung von Tom-und-Lisa-Workshops ausbilden zu lassen.

Von Diane Baatani

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