Schüler der Uelzener BBS I gewinnt Regionalentscheid von „Jugend debattiert“

Von Wembley bis zur Maut

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Engagiertes Ringen um die besten Argumente: Vivian Knopf (ganz links) und Tobias Dittmar (ganz rechts), die Regionalsieger von „Jugend debattiert“ in den beiden Altersgruppen, sowie die jeweiligen Zweitplatzierten Lennart Röttger und Lisa Brüsewitz.

Uelzen. Was hat das Wembley-Tor aus dem Finale der Fußball-WM 1966 mit dem Uelzener Herzog-Ernst-Gymnasium (HEG) zu tun? Das erfuhren die Zuhörer beim gestrigen Regionalentscheid von „Jugend debattiert“.

Dieser fand in der Cafeteria des HEG statt und dreht sich unter anderem um die Frage, ob in der Fußball-Bundesliga die Torlinientechnik eingeführt werden soll. Lennart Röttger, Neuntklässler des Lüneburger Gymnasiums Johanneum, argumentierte dabei, dass das legendäre Wembley-Tor ein gutes Beispiel für die Emotionen im Fußball sei, die durch die Torlinientechnik nicht zerstört werden dürften.

Die HEG-Schülerinnen Jannika Klingebiel (rechts) und Alexandra Scrivanek kamen in der Sekundarstufe I auf Platz drei und vier.

Lennart Röttger machte das so überzeugend, dass er in der Altersklasse der Sekundarstufe I unter zwölf Teilnehmern den zweiten Platz belegte. Es siegte Vivian Knopf, ebenfalls aus dem 9. Jahrgang des Johanneums. Dritte und Vierte wurden die beiden HEG-Schülerinnen Jannika Klingebiel (9. Klasse) und Alexandra Scrivanek (8. Klasse). Die Siegerin habe in der Debatte ein „besonders hohes Maß an Gesprächskompetenz“ bewiesen, urteilte die aus Lehrern und Eltern bestehende Jury.

„Die Torlinientechnik ist noch nicht ausgereift genug“, erklärte Vivian Knopf, warum sie die Einführung dieses modernen Hilfsmittels ablehnt. „Die Emotionen und der Charakter des Fußballs gingen dadurch verloren, dieser würde dadurch Schaden nehmen“, meinte sie.

In der Altersklasse der Sekundarstufe II, in der es 16 Starter gab, wurde darüber diskutiert, ob in Deutschland eine Pkw-Maut eingeführt werden sollte. Hier wusste Tobias Dittmar, Elftklässler der Berufsbildenden Schulen (BBS) I in Uelzen, die Jury am meisten zu überzeugen. Mit hauchdünnem Vorsprung setzte er sich gegen die Zweitplatzierte Lisa Brüsewitz (12. Klasse der Georgsanstalt/BBS II in Uelzen) durch. Auf Platz drei kam Emma Strehler (11. Klasse der BBS Lüchow) vor Victoria Kratel (12. Klasse des HEG).

Aus den Einnahmen der Pkw-Maut könnte der Bau neuer Straßen finanziert werden, argumentierte Tobias Dittmar. „Das wäre ein guter Schritt, um für mehr Sicherheit auf deutschen Straßen zu sorgen.“ Zudem könne mit der Maut der Verkehr besser gelenkt werden, um Staus zu vermeiden.

Bei den Debatten der Schüler setzte die Jury vier Kriterien an: Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft. Jeder Finalteilnehmer erhielt eine Urkunde und einen Kinogutschein. Außerdem dürfen die beiden Besten jeder Sekundarstufe nun ein Debattier-Seminar besuchen, in dem sie professionell geschult werden. Nicht zuletzt haben sich die jeweils Ersten und Zweiten für den Landesentscheid von „Jugend debattiert“ qualifiziert, der am 18. März in Hannover stattfindet.

Von Bernd Schossadowski

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