Der 14. Kuhlau-Wettbewerb ging mit Siegerehrungen und dem Abschlusskonzert ins Finale

Die Welt zu Gast in Uelzen

Stolz über das Erreichte – und manch einem steht vielleicht eine große musikalische Zukunft bevor: Die Preisträger des Uelzener Kuhlau-Wettbewerbs mit der Jury. Foto: Kaiser

Uelzen. Erst am Mittag wurden nach langer Juryberatung die Platzierungen unter dem Jubel der Betroffenen bekanntgegeben – am Abend schon standen sie auf der Bühne und bewiesen, dass sie sich in Zukunft verdientermaßen Preisträger des Internationalen Flötenwettbewerbs „Friedrich Kuhlau“ nennen dürfen.

Der 14. Wettstreit ist Geschichte; im Theater an der Ilmenau ging am Sonnabend eine arbeits- und erlebnisreiche Woche für die fast 90 Teilnehmer, die Jury, die Kulturkreis-Verantwortlichen und die Gasteltern zu Ende. Dank galt in den Reden all denen, die den Erfolg des Ausscheids möglich machten, nicht zuletzt den Sponsoren: die Niedersächsische Sparkassenstiftung, die Sparkasse Uelzen/Lüchow-Dannenberg und der Lüneburgische Landschaftsverband.

Die Qual der Wahl habe die Jury gehabt, sagte Bürgermeister Otto Lukat in seinem Grußwort. Die Qual, „Qualität im Vergleich zu beurteilen.“ Juryvorsitzende Cordula Hacke bedankte sich ebenfalls. Sie im Namen ihrer sechs internationalen Kollegen. Die Jury habe „mit großer Fairness, Ehrlichkeit und Ernsthaftigkeit ihre Entscheidungen getroffen“, so Hacke.

Sie hob hervor, dass die Organisatoren des Wettbewerbs den Bürgermeister „immer als Fürsprecher für Kultur an ihrer Seite“ gehabt hätten, und dass die Gastfamilien, die für eine Woche fürsorgliche Wirte, pünktliche Fahrer und verständnisvolle Tröster gewesen seien, diesem Wettbewerb „eine besondere Atmosphäre verleihen und ihn auszeichnen.“

Insgesamt 18 Preisträger stehen am Ende als Ergebnis dieses 14. Kuhlau-Wettbewerbs 2011. Für die Deutschen, die allerdings nur zehn Prozent der Teilnehmer stellten, gab es keine Ehrung. Auch die Sparten „Flöte Solo“, „Zwei Flöten und Klavier“ und „Vier Flöten“ blieben ohne Preisträger. Die Jury besaß genauso die Konsequenz wie den Mut, einige Preiskategorien nicht zu besetzen. Den Sonderpreis des Soroptimist International Club Uelzen erhielt die junge Pianistin Anna Kaarina Vaahtoranta aus Finnland ( AZ vom 3. November).

Das der Preisverleihung und den Reden folgende Konzert spielten alle Preisträger auf außerordentlich hohem künstlerischem Niveau und mit Musikverstand. Nicht nur Friedrich Kuhlau kam zu Gehör. Zwischen Barock (Philipp Emanuel Bach) und Gegenwartsmusikschaffen mit atonaler Aufregung (Miklós Kocsár *1933, gespielt von den ersten Preisträgern in der Sparte „Zwei Flöten“ aus Ungarn) interpretierten die Ausgezeichneten ihre Noten unter dem Beifall eines freundlichen und aufgeschlossenen Publikums.

Von Barbara Kaiser

Kommentare