Schulleiterin Hella Nottorf in Molzen verabschiedet

Den Hut weitergegeben

Die Grundschüler verabschiedeten ihre Schulleiterin mit einem Ständchen.

Uelzen-Molzen. Würde man das Gehörte von zehn Rednern zusammenfassen, die alle das Wort zum Abschied von Schulleiterin Hella Nottorf ergriffen, so ergäbe sich das Bild einer Grundschule, wie man sich solch Einrichtung wünscht.

Schuldezernentin Annegret Krause sagte beispielsweise, dass viele Eltern das Gefühl hätten, ihr Kind sei dort gut aufgehoben. „Davon zeugt die relativ große Zahl von Ausnahmeanträgen. “ Da nannte Ortsbürgermeister Henning Gröfke die Schue wegen deren Einbeziehung in den Ort „eine Dorfschule im Wortsinne“. Und da berichtete Petra Dehning als ehemalige Kollegin, dass Schüler – besuchten sie ihre alte Pestalozzischule, woher Hella Nottorf nach Molzen kam – nach ihr fragten, weil sie mit ihr „das Gefühl von Warmherzigkeit und Respekt und dennoch glasklarer Ansage“ verbanden.

Hella Nottorf war 42 Jahre lang Lehrerin, und sie war es gerne. Geboren in Kiel, aufgewachsen in Uelzen, Abitur am Lessing-Gymnasium und Studium in Lüneburg, reihen sich die Lebensstationen aneinander, auf die die jetzt 65-Jährige zurückblickt. Als Förderschullehrerin kam sie vor acht Jahren nach Molzen, vor vier Jahren wurde sie kommissarische Leiterin der Grundschule.

Die Nachfolgerin im Amt, Bärbel Brandt, verpflichtete sich in ihrer Rede dem Wörtchen „schön“. Es sei eine schöne Zeit gewesen, resümierte sie, wobei jetzt nicht eine „unschöne Zeit“ begänne, sondern eine „neue schöne Zeit“. Brandt bescheinigte der scheidenden Kollegin, dass sie stets „ganz schön genau“ hingehört habe und dass mit Hella Nottorf zwar alles „schön“, aber nicht nur eitel Friede und Freude gewesen sei. Denn für die Belange der Schule habe die Chefin „ganz schön gekämpft“, und ihr „starkes, tolles Team“ habe sie dabei gleichzeitig getragen. Und weil Hella Nottorf gleich um die Ecke wohnt, bekam sie den goldenen Schlüssel mit der Versicherung überreicht, dass sie jederzeit gerne an ihrer alten Wirkungsstätte gesehen sei.

In ihren Dankesworten zeigte sich die so geschätzte Pädagogin geehrt. Sie hatte, bevor sie sich den Hut der Schulleiterin aufsetzen ließ, sehr wohl abgewogen, was die Kompetenzen dieser Funktion seien. „Manchmal ist mir dieser Hut verrutscht“, erinnerte sie sich, aber „ich habe ihn immer wieder gerade gerückt.“ Herzliche Worte gingen vor allem an „ engagierte Kollegen, die immer verlässliche Begleitpersonen für jeden einzelnen Schüler“ seien. Denn in der Grundschule Molzen war es lange vor der Zeit, in der Integration und Inklusion Schlagwörter wurden, üblich, Kinder mit Handicap aufzunehmen und ihren Möglichkeiten entsprechend zu fördern.

„Überraschend und schön“ nannte Hella Nottorf diese Feier anlässlich ihres Abschieds, den sie – aus Bescheidenheit – gerne vermieden hätte. „Schön ist, dass Hella diese vielen schönen Worte ganz schön peinlich sind“, hatte es Bärbel Brandt ausgedrückt. Die bekam übrigens symbolisch den Leiterinnen-Hut übergeben, unter den sie jetzt alles bringen muss.

Von Barbara Kaiser

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