Von Woche zu Woche

Der weite Weg zum Kult-Status

Was für ein unbeschwerter Pfingstsonntag, was für eine ausgelassene Party. Entspannte Stimmung, lockeres Feiern.

Das Open R vergangenen Sonntag profitierte nicht nur vom Wetter, es war – neben den Musikern natürlich – vor allem das Publikum, das das Freiluft-Konzert zu einer rundum gelungenen Sache machte. Die Polizei war mit lediglich zehn Beamten vor Ort, es hätten auch zwei gereicht, die den Abfahrtsverkehr regeln. Keine Aggressionen, keine Alkoholleichen.

Und doch bleibt ein Wehrmutstropfen. Denn Peter Maffay & Co zogen gerade mal 7500 Zuhörer in die Almased-Arena. Natürlich ist man durch die Besucherzahlen der Vorjahre mit Herbert Grönemeyer und den „Ärzten“ verwöhnt, dennoch hätten es beim Open R einige mehr sein können, vielleicht sogar müssen.

Doch dazu muss es gestattet sein, die musikalische Zusammensetzung des Tages zu thematisieren. Ob Peter Maffay, Wingenfelder oder Stefanie Heinzmann – das jüngere Publikum zieht man mit einer solchen Besetzung nicht an.

Veranstalter Ulrich Gustävel aber wird nicht müde zu betonen, dass man ein Open Air nicht schnell mal von einem Jahr zum nächsten etablieren kann. Um ein solches Ereignis Jahr für Jahr zu präsentieren, ihm einen Kultstatus zu geben, muss man Beharrlichkeit beweisen, Künstler und Agenturen für das Uelzener Festival begeistern.

Und das gelingt regelmäßig, die meisten Musiker hielten sich länger als sonst üblich auf dem Veranstaltungsgelände auf, zeigten sich von dem außergewöhnlichen Fabrik-Charme der Jabelmannhalle begeistert.

Ulrich Gustävel jedenfalls scheint wild entschlossen, den langen Atem zu beweisen, den man beweisen muss, um einem Open Air einen Namen zu geben. Die Menschen in Stadt und Landkreis Uelzen können ihm dafür dankbar sein; ist es doch ein weiteres Kapitel in der eigenen Heimat, auf das man mit Stolz verweisen kann.

Und vielleicht wird ja im Jahr 2016 wieder die magische Zahl von 10 000 Zuschauern geknackt, wenn es Menschen aus nah und fern zum „Uelzener Open R“ zieht. Gustävel wäre es zu wünschen – und der Entwicklung der Stadt auch.

Von Thomas Mitzlaff

Fotos vom Uelzen Open R 2015

Das Uelzen Open R 2015 in Bildern

Rubriklistenbild: © Koller

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