„An Weisung gebunden“

WfG zahlt Gehalt des Citymanagers künftig an dessen Ehefrau

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Uelzens Citymanager Joachim Lotz.

tm Uelzen. Jährlich 30 000 Euro Gehalt hatte Uelzens Citymanager Joachim Lotz bis vor drei Jahren von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) für seine Tätigkeit bekommen.

Doch mit der Insolvenz seiner „Schimmel Papeterie“ schraubte die WFG das Gehalt in 2013 auf 450 Euro herunter – jeder weitere Cent an Bezahlung wäre direkt an seine Gläubiger geflossen. Lotz galt seitdem als geringfügig Beschäftigter. „Allen Beteiligten war klar, dass dieses Modell nur eine vorübergehende Lösung sein würde“, erklärte dazu WFG-Geschäftsführer Markus Schümann.

Nun hat der Aufsichtsrat der WFG eine Lösung abgenickt: Der Citymanager bleibt geringfügig Beschäftigter mit 450 Euro monatlich, der Rest der jährlich 30 000 Euro fließt künftig an dessen Frau, die dafür eigens eine „Marketing&Service Uelzen Untergesellschaft“ (UG) gegründet hat.

Die UG soll den Citymanager in seiner Tätigkeit unterstützen, insbesondere bei der Planung und Durchführung von Veranstaltungen wie dem Weihnachtszauber, aber auch bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, heißt es im Aufgabenprofil. Die UG – also faktisch die Ehefrau – sei bei der Abwicklung der Aufgaben an die Weisung des Citymanagers gebunden.

Die nun gefundene Lösung sei juristisch einwandfrei, betont WFG-Aufsichtsratsvorsitzender Stefan Hüdepohl, der von Beruf Rechtsanwalt ist und für die CDU im Stadtrat sitzt. Die Leistungen müssten adäquat bezahlt werden. Und WFG-Geschäftsführer Schümann ergänzt, dass es stets oberste Zielsetzung sei, „die Qualität der Aufgabenabarbeitung im Interesse Uelzens sowie das von der Stadt Uelzen ausgereichte und von der WFG verwaltete Budget (...) im Auge zu behalten.“

Doch dieser Vertrag, dem im Aufsichtsrat auch Bürgermeister Jürgen Markwardt und Stadtkämmerer Florian Ebeling zugestimmt haben, stößt nicht überall auf Begeisterung. So erklärt Joachim Delekat, der für die UWG im Aufsichtsrat sitzt, bei jener Versammlung aber nicht anwesend war, er hätte dem Kontrakt in dieser Konstellation nicht zugestimmt. „Zum einen im Interesse der Gläubiger, zum anderen aber auch, weil uns öffentliche Gelder anvertraut werden, mit denen wir behutsam umgehen müssen“, sagt er.

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