Die Weißwurscht ruft

Dieter Morawietz, Maren Warnecke und Steffen Siegert (von links) aus Uelzen berichten heute auf dem Ökumenischen Kirchentag von ihrer Pilgertour.

Uelzen/München - Von Diane Baatani. Nach 877 Kilometern und unzähligen Blasen an den Füßen ist das Ziel München erreicht. Die Wanderer von der Woltersburger Mühle in Uelzen legen heute von Unterschleißheim aus die letzten 17 Kilometer zurück. Nach ihrer Ankunft werden die Pilger Dieter Morawietz, Steffen Siegert sowie IDA-Pressebeauftragte Maren Warnecke am Nachmittag beim Ökumenischen Kirchentag in Bayerns Landeshauptstadt im großen Freiluft-Eröffnungsgottesdienst über ihre Tour für das Arbeitslosenprojekt Integration durch Arbeit (IDA) an der Mühle sprechen.

„Für mich persönlich war die Pilgerreise eine Bereicherung“, resümiert Wanderer und ehrenamtlicher Mitarbeiter an der Mühle Dieter Morawietz. Er habe innerhalb der 38 Reisetage an innerer Stärke und Gelassenheit gewonnen und viele Personen kennen gelernt, die mit Arbeitslosigkeit zu tun haben. „Es gibt viele Menschen, denen es sehr schlecht geht. Ich kann ihn nur ans Herz legen: Lernen, lernen und noch mal lernen“, sagt Morawietz. Dazu müsse sich in den Familien das Wertesystem ändern, betont er, vor allem Ausdauer und Pünktlichkeit müssten Eltern ihren Kindern stärker vermitteln.

Neben der Werbung für die Woltersburger Mühle und die Stadt Uelzen waren Morawietz und Siegert darauf bedacht, einen prallen Geldbeutel für die Mühle mitzubringen, rund 1500 Euro haben sie bereits gesammelt. „Mein Ziel waren 1000 Euro, das ist eine tolle Sache“, freut sich Morawietz.

Am Freitag werden die Pilger in einer Podiumsdiskussion beim Kirchentag, zu der IDA-Leiter Gerard Minnaard eingeladen ist, noch ein weiteres Mal öffentlich auftreten. Beim Thema „Hoffnung konkret – Zu einer veränderten Arbeitskultur“ möchte Minnaard deutlich machen, wie er zum Recht auf Arbeit steht. „Die Bibel sagt, dass alle Menschen zur Gemeinschaft gehören und dann die Gemeinschaft sich bemühen soll, alle Menschen einzubinden. Wenn ein reiches Land das nicht schafft, dann ist das Sünde“, stellt er fest. Er möchte von „guten Erfahrungen“ in Uelzen berichten. „Der Ein-Euro-Job kann ein gutes Instrument sein, Menschen zu integrieren, wenn es nicht missbraucht wird“, weiß Minnaard, auch wenn erstens die Agenturen für Arbeit zu wenig Geld haben und zweitens die Menschen, die es wollen, auch wirklich integriert werden müssten. Und da müsse man sich fragen: Sind wir dazu bereit, sagt der Projektleiter.

Steffen Siegert möchte neben dem Podiumsgespräch das weitere Angebot auf dem Kirchentag besuchen. „Auf der letzten Strecke haben meine Füße noch mal gelitten, da ist es langsam gut mit dem Pilgern“, sagt er. „Aber das betrifft nicht Herz, Kopf und Geist“, stellt er klar. Morawietz freut sich erst einmal darauf, auf dem Viktualienmarkt in München sitzen zu können, „eine Maß Bier zu trinken und eine Weißwurst zu essen“.

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