Die größte Facebook-Gruppe des Kreises hat mehr als 6000 Mitglieder weltweit – und viele Themen

„Du weißt, dass du aus Uelzen...“

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Mehr als 6000 Mitglieder tummeln sich inzwischen in der Facebook-Gruppe „Du weißt, dass du aus Uelzen kommst, wenn...“ – sie alle diskutieren die verschiedensten Themen miteinander.

Uelzen/Landkreis. Beeindruckende Bilder aus längst vergangenen Tagen, etwa Aufnahmen alter Gebäude und Straßen in Uelzen, schöne Erinnerungen, sachliche Diskussionen zu aktuellen Ereignissen, aber auch Motzereien, Kabbeleien und manchmal Inhalte, deren Nachrichtenwert – gelinde gesagt – schwer zu erfassen ist.

Die Facebook-Gruppe „Du weißt, dass du aus Uelzen und Landkreis kommst, wenn...“ ist so vielfältig wie ihre mittlerweile mehr als 6000 Mitglieder aus Uelzen und aller Welt.

Angefangen hat alles 2011. Da schlossen sich einige wenige Menschen beim weltgrößten sozialen Netzwerk Facebook in besagter virtueller Gruppe zusammen. Sie verbanden etwas mit der Stadt und dem Landkreis Uelzen. Bilder und Erinnerungen machten die Runde: Wie sah Uelzen vor, während und nach dem Krieg aus? Wo machte man früher Party? Was lief damals im Kino?

Nach rund einem Jahr zählte die Gemeinschaft im Netz bereits knapp 2000 Mitglieder. „Es ging um die verschiedensten Themen“, weiß Karl-Wilhelm Ellenberg, ehemaliger Administrator der Facebook-Gruppe. Seit November vergangenen Jahres hat er sich jedoch aus der Betreuung der Gruppe vorerst zurückgezogen. „Aus Zeitgründen. Ich bin selbständig“, erklärt er.

Ein weiterer Artikel zu der Facebook-Gruppe ist hier zu finden.

Aber es gibt offenbar auch noch einen anderen Grund: Mittlerweile würden in der Facebook-Gruppe auch immer wieder Inhalte eingestellt, die dort nichts zu suchen hätten, so Ellenberg. Anfeindungen blieben ebenso wenig aus wie Anfragen, „die man auch problemlos hätte googeln können“, kritisiert er. Gemeint ist die „gefühlt hundertste Nachfrage“, wann welches Geschäft in Uelzen wie lange geöffnet habe, „um nur ein Beispiel zu nennen“. Dennoch bleibt Ellenberg der Gruppe treu, findet sie nach wie vor wichtig und richtig. Soziale Medien wie Facebook seien für ihn immer noch mehr Segen als Fluch, betont der Roscher.

Offiziell zählt die Gruppe derzeit fünf Administratoren. Einer von ihnen ist Christian Körtke, ein Gründungsmitglied, geboren in Lüder. Er schwelgt gern in Jugenderinnerungen aus der Uhlenköperstadt: „Da ist die Gruppe eine Bereicherung“, schwärmt Körtke. Nur im Ton vergreifen dürfe sich niemand. Sein Motto: „Schreibe nie etwas ins Internet, was du nicht auch laut auf dem Marktplatz ausrufen würdest.“

Neue Gruppenmitglieder seien stets willkommen, aber wie jeder andere auch müssten sie sich an die Gruppen-Regeln halten. Die besagen unter anderem, dass Werbung in der Gruppe tabu sei, von Beleidigungen, Verleumdungen oder strafrechtlich relevanten Inhalten einmal ganz zu schweigen. Und wenn etwas so gar nicht mit Uelzen und dem Landkreis zu tun hätte, oder eine Anfrage allzu niederschwellig sei, werde auch „ohne großes Zögern“ auf „Löschen...“ geklickt. Für Administrator Körtke überwiegt das Positive sozialer Netzwerke, aber bei mehreren tausend Mitgliedern gäbe es eben nun auch einmal Querschläger.

Tatsächlich sind in der Netz-Gemeinschaft wiederholt kritische Kommentare zu lesen: Die einen fordern, die Gruppe solle nicht mehr nur für alte Erinnerungen herhalten, sondern sich stärker aktuellen Themen und Diskussionen widmen. Es dürfe auch mal seicht sein.

Das andere Lager wünscht sich, dass die Gruppe wieder mehr zu ihren Wurzeln zurückkehrt und pocht auf die Gruppen-Regeln. Und auch auf das rigorose Löschen unpassender Beiträge.

Egal welche Meinung man zu diesem Netzwerk auf Facebook haben mag, Fakt ist: Zwar sind seit dem Start von Uelzens erster großen Facebook-Gruppe 2011 vergleichbare Gruppen mit ebenfalls klarem Bezug zur Region dazugekommen, allerdings zählt heute keine Facebook-Gemeinschaft aus dem Kreis und für den Kreis Uelzen so viele Mitglieder wie die „Du weißt,...“-Gruppe. Rund 6000 Mitglieder.

Eine beachtliche Anzahl für diese Gruppe – trotz oder vielleicht sogar gerade wegen ihrer nicht ganz eindeutigen Ausrichtung.

Von Michael Koch

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