Ab Freitag: 16 Tage, 11 Stände, zahllose Gäste und endloser Genuss

43. Weinmarkt: Uelzens längste Feier

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Der Uelzener Weinmarkt ist das älteste und längste Weinfest in Norddeutschland. In diesem Jahr kann bis zum 11. Juni im Schatten der St.-Marien-Kirche  geschlemmt werden.

Uelzen. Freitag beginnt der 43. Uelzener Weinmarkt – Uelzen längste Feier - und Mitorganisator Ingo Schulte hat alle Hände voll zu tun.

Uelzener Weinmarkt – und Mitorganisator Ingo Schulte hat alle Hände voll zu tun: Der Vorsitzende des Vereins Weinmarkt Uelzen bucht schon seit Jahrsbeginn Bands, kümmert sich im die Verträge mit den elf Standbetreibern, organisiert Strom und Wasser für den Platz an der St. -Marien-Kirche, organisiert Stühle und Tische, wählt den Wein für den eigenen Stand aus – und auf dem Fest darf natürlich auch das Toilettenpapier nicht fehlen.

Ingo Schulte ist Vorsitzender des Vereins Weinmarkt Uelzen. Er meint: „Es kann losgehen.“

„Es ist es so ähnlich wie eine private Party zu organisieren – nur unendlich viele Nummern größer““, sagt der Inhaber von Uelzens historischer Ratsweinhandlung unmittelbar neben dem Festgelände in der Innenstadt. Zwei, drei Stunden beschäftige ihn der Weinmarkt, der diesen Freitag beginnt, pro Tag. Beispielhaft habe im Vorfelde des 17. Marktes, den er selbst miterlebt, ein Rad ins andere gegriffen und wegen des reibungslosen Verlaufs der Vorbereitungen sei seine Vorfreude auf das 16-tägige Event noch intensiver als in den Vorjahren, meint Schulte. Aber auch das Fest selbst trägt dazu natürlich bei: „Wir veranstalten ja kein Sauffest. Beim Weinmarkt geht es um Genuss. Um die gemeinsamen Gespräche. Um Wiedersehen. Um Freude.“ Und das Konzept funktioniert. „Die Leute rufen teilweise im Dezember oder Januar an, weil sie das Weinfest in ihren Urlaubsplanungen berücksichtigen möchten. Sie kommen bei jedem Wetter und sind gut drauf. Auch das Arbeiten macht so richtig viel Spaß.“

Durch zahllose Gespräche von Standbetreibern mit Festgästen sei das Uelzener Weinfest noch näher am „Puls der Zeit“, ist Schulte überzeugt. Zudem sei das Fest noch niveauvoller geworden, als es ohnehin war. So seien Festbesucher über die Jahre durchaus kritischer geworden was den Wein und seine Qualität angehe, aber auch auf passende Kombinationen von Getränken und Speiseangeboten werde mehr geachtet. Das schlage sich im breiteren Angebot, beispielsweise bei der Käseauswahl, nieder. Eine Speise tanzt dabei laut Schulte allerdings aus der Reihe: „Die Bratwurst ist beliebt, passt aber gar nicht zum Wein.“

Schon seit Jahrhunderten ist Uelzen eng mit dem Weinhandel verbunden. Dem Haus, in dem Schulte sein Geschäft betreibt, wurde 1564, also vor 450 Jahren, das Recht verliehen, mit Bier und Wein zu handeln. Eine direkte Verbindung von den damaligen Aktivitäten in der Hansestadt, deren Geschichte derzeit durch die offizielle Verleihung des Titels viel beachtet ist, zum heutigen Weinmarkt sieht Schulte aber nicht.

Und er erinnert auch daran, dass das, was inzwischen eine Institution ist, auch nicht gleich funktionierte. Sein Vorgänger in der Ratsweinhandlung habe einst eine Weinprobe mit dem Deutschen Weininstitut geplant und schnell die Idee für ein Fest gehabt. Es seien aber etliche Jahre vergangen, bis der Weinmarkt von den Uelzenern richtig angenommen wurde und schließlich Ende der 1990er richtig boomte.

Der Weinmarkt beginn Freitag um 11.11 Uhr mit der Krönung von Weinkönigin Chiara Pahlke am Uhlenköper-Denkmal auf dem Festgelände.

Von Steffen Kahl

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