Keine Ende an Weihnachten

Wegen großer Erntemengen laufen bei Nordzucker noch die Maschinen

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73 Tonnen Rüben wurden je Hektar aus dem Boden gezogen. Damit werden bis zum Kampagnen-Ende, das nun am Neujahrstag sein soll, insgesamt rund 1,86 Millionen Tonnen das Uelzener Nordzucker-Werk erreicht haben.

Uelzen. Der Schornstein raucht noch. Die Produktion im Uelzener Nordzucker-Werk läuft länger als geplant. Eigentlich sollten am Tag vor Heiligabend alle Zuckerrüben verarbeitet sein (AZ berichtete).

Stattdessen werden auch heute Lkw mit süßer Fracht noch einmal das Uelzener Gewerbegebiet „Im neuen Felde“ ansteuern. „Das sind aber die letzten Fuhren“, berichtet Georg Sander von Nordzucker.

Die längere Rübenkampagne ist den guten Erträgen geschuldet. „Wir hatten die zweitbeste Erntesaison überhaupt“, so Sander, der bei Nordzucker für die Rübenbeschaffung zuständig ist. Etwa 73 Tonnen Rüben seien je bestelltem Hektar aus dem Erdreich gezogen worden. Gerechnet hatte Nordzucker im Herbst noch mit etwa 70 Tonnen je Hektar. In der Summe werden dann bis zum Kampagnen-Ende, das nun für den Neujahrstag erwartet wird, knapp 1,86 Millionen Tonnen das Nordzucker-Werk erreicht haben.

Dass es mehr Rüben wurden als geplant, führt Sander auf den „tollen Herbst“ und milden Winter zurück. Das kalte Frühjahr hatte die Rüben zunächst langsamer als erhofft wachsen lassen, durch die Witterung der vergangenen Monate holten die Knollen jedoch auf. Ausbleibende Fröste hätten zudem verhindert, dass abgeerntete und an Feldern gelagerte Rüben Schaden nehmen, sagt Sander. Durch wechselnde Minus- und Plusgrade kann es bei den Rüben zu Fäulnisprozessen kommen. In diesem Jahr blieben sie aus. „Wir hatten bis zuletzt eine sehr gute Qualität der Rüben“, urteilt Sander. Dass der Süßegrad mit 17,4 Prozent etwa ein halbes Prozent hinter den Prognosen lag, vermag dem Nordzucker-Mitarbeiter die Laune nicht verderben. „Wir sind sehr einverstanden mit der Kampagne“, erklärt Sander.

Trotz der Verlängerung endet die Produktion im Nordzucker-Werk deutlich früher als in Vorjahren. Teils dauerten Kampagnen bis Ende Januar oder liefen sogar bis Mitte Februar. Wegen großer Lagerbestände hatte Nordzucker sich mit den Bauern auf kleinere Anbauflächen verständigt. Im Kreis Uelzen und im Norden des Nachbarkreises Gifhorn waren so die Anbauflächen um 23 Prozent reduziert worden. Nach dem Abschluss der aktuellen Kampagne beginnen für Nordzucker die Planungen für die kommende Saison. Die Flächen werden dafür im März 2016 bestellt.

Von Norman Reuter

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