Die Deutsche Bahn streicht zum Jahresende Uelzens schnelle Verbindung nach Berlin

Für den Wawel ist der Zug abgefahren

Morgens von Hamburg über Uelzen nach Berlin und Breslau, abends zurück – der „Wawel“ ist der einzige Fernzug, der sechs Mal wöchentlich über die ehemalige Amerikalinie fährt. Archivfoto: tm

tm Uelzen. Jahrelang gab es immer wieder Gerüchte um die Einstellung des Eurocity „Wawel“ – jetzt ist es amtlich: Die Deutsche Bahn streicht die schnelle Zugverbindung über die ehemalige Amerikalinie zum Jahresende.

Sechs Mal in der Woche verbindet der Wawel Uelzen mit der Landeshauptstadt Berlin, die Fahrt dauert nicht einmal zwei Stunden. Morgens geht es hin, abends zurück. Von Berlin fährt der Wawel weiter nach Breslau, der Eurocity ist deshalb ein Gemeinschaftsprojekt der Deutschen Bahn und der Polnischen Bahngesellschaft PKP. „Die PKP hat jetzt angekündigt, das Eurocity-Zugpaar Wawel zum Fahrplanwechsel 2014/2015 aus wirtschaftlichen Gründen einzustellen“, bestätigte gestern ein Sprecher der Deutschen Bahn auf Nachfrage der AZ. Die DB Fernverkehr sehe keine Möglichkeit, den Zug „eigenwirtschaftlich“ weiterzuführen, dazu seien die Fahrgastzahlen zu gering.

Damit könnte Uelzen ab 2015 gar keine Direktverbindung mehr nach Berlin haben. Denn der zweite direkte Zug, ein „Interregio-Express“, befindet sich derzeit in der Erprobungsphase. Sollten auch hier die Fahrgastzahlen nicht den Erwartungen entsprechen, droht ebenfalls eine Streichung zum Fahrplanwechsel. Bahnreisende müssten dann in Hamburg oder Stendal umsteigen.

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